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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Respektvoller Umgang gehört zur Kultur

03.01.2018
Betrifft: „Neues Stadtmuseum wächst in die Höhe“ (NWZ vom 12. Dezember)

Sprint oder Marathon, so die Aussage von Bürgermeister Krogmann. Auf jeden Fall ein neues Millionengrab für die Stadt. Es glaubt doch wohl niemand, das die Stadt mit der von ihr veranlagten Summe von zirka 11,5 Mio. auskommen wird.

Und was heißt schon zirka? Projekte dieser Art wurden noch nie im vorgegebenen Kostenrahmen beendet. Beispiele gibt es viele. Die Elbphilharmonie von Oldenburg wird es dann nach Fertigstellung heißen. Der Steuerzahler dankt heute schon für die Umsicht und den Weitblick in Politik und Verwaltung.

Zur Aussage der Bürgerbeteiligung möchte man doch wissen, welche Bürger wurden beteiligt? Normalbürger bestimmt nicht. Es war wohl mehr die Crème de la Crème der Stadt.

Es würde auch mal interessieren, wie hoch ist eigentlich die Besucherzahl im bisherigem Museum? Welche Veranstaltungen finden dort statt? Wer besucht diese? Ist es nicht eher ein sehr kleiner Kreis von wohlsituierten Bürgern aus Oldenburg und dem Umland? Wie viel kostet das Museum die Stadt heute schon.

Und es glaubt ja wohl keiner, das zukünftige Museum würde zu einem Magneten für Oldenburg und die Besucherzahlen würden sich verdoppeln oder verdreifachen. Eines sollte jedem klar sein, eine Bereicherung des kulturellen Lebens bringt dieser Bau für Oldenburg nicht. Er ist nur ein Kostenfaktor im Stadthaushalt mehr. (...)

Wen interessieren auch schon Straßen im desolatem Zustand, die 15 Kitas und die vier im Bau befindlichen der Stadt und andere, viel nötigere zu tätigende Ausgaben.

Einerseits hat die Stadt ja kein Geld, aber 11,5 Mio. für einen vierstöckigen Prachtbau an einer so ungünstigen Stelle, die sind auf einmal da. Selbst wenn das Land einen Zuschuss gewährt, sind das immer noch unsere Steuergelder, die hier mal wieder an falscher Stelle ausgegeben werden.

Die nächste städtische Gebührenerhöhung kommt bestimmt. Man kann nur hoffen, dass diese Pläne nie Wirklichkeit werden. (...).

Dieter Kudelka
Oldenburg

Oldenburg kann sich u.a. auch durch seine Museen durchaus als Kulturstadt bezeichnen.

Wenn aber die Machbarkeitsstudie für einen Stadtmuseumsneubau vorgestellt und dessen Leiter, Herr Dr. Andreas von Seggern, der das Stadtmuseum in kompetenter Weise mit sehr viel Engagement führt, außen vor bleibt, da er laut Frau Dr. Deufel wohl nicht im Verteiler war, ist das schon peinlich.

Vielleicht hätte aber auch unser presseerfahrener Oberbürgermeister diesen erfahrenen Mitarbeiter vermissen müssen.

Kultur hat eben auch etwas mit respektvollem Miteinander zu tun.

Wolfgang Meyer
Oldenburg

Redakteurin Sabine Schicke hat zu ihrem Artikel ein Foto ausgewählt, das mehr als tausend Worte sagt. Die Vogelperspektive lässt ahnen, wie es einem Flaneur auf dem Horst-Janssen-Platz umtost von gezählten 24 Fahrspuren zumute sein muss, der auf das Glas- und Metallschrott-Ensemble gegenüber dem Stadtmuseum entlang der gefühlt achtspurigen Straße blickt.

Ja, da wäre es nur konsequent, wenn diese aus drei Villen bestehende kleine Insel historischer Bausubstanz das Schicksal des einstigen Handelshofes/Hotel de Russie teilen dürfte: Abriss und Ersatz durch „moderne“ Architektur, die ohnehin im Hintergrund an der Moslestraße mit Sichtbeton und schmucklosen Rasterfassaden vom Geist ihrer rohen Bauherren kündet.

Nirgends findet der Spaziergänger in diesem Karree ein Plätzchen, an dem er – ausgestattet mit Oropax – verweilen möchte.

Was sich dem Fußgänger als Ausblick auf die real existierende Oldenburger Stadtödnis um das Museum bietet, ist noch viel trostloser als die Vogelperspektive.

Hubert Paluch
Oldenburg

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