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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Retter legen Gebäude flach

17.08.2010

ALEXANDERSFELD Es war eine besondere Übung für das Technische Hilfswerk (THW) Oldenburg, und sie wurde von den Teilnehmern als Glücksfall bewertet. Ein Einsatzszenario, wie es üblicherweise nur mittels Lehrbüchern und Filmen vermittelt werden kann, konnte nämlich real geübt werden. Die THW-Mitglieder hatten die Aufgabe, das Gebäude 99 auf dem Fliegerhorst abzureißen.

Der Technische Zug war vertreten durch Helferinnen und Helfer der 1. und 2. Bergungsgruppe sowie der Fachgruppe „Räumen“. Gruppenführer Jens Lampe trug die Verantwortung für diesen Einsatz. Der Auftrag lautete: „Das Niederlegen eines Gebäudes mit einer Winde“. „Wir können sehr viel über eine Gebäudestruktur erfahren, und auch der Arbeitsschutz spielt bei solchen Einsätzen eine wichtige Rolle“, betonte Jens Lampe.

Ein modriger Geruch schlug den Helfern beim Betreten des Gebäudes entgegen, und das im Mittelteil eingestürzte Dach versperrte zunächst den Weg. Die Fenster und auch die Metallteile mussten gesondert ausgebaut und entsorgt werden. Immer wieder gruben sich die scharfen Zähne der Baggerschaufel in die Holzbalken und Bretter ein, um sie dann in die bereitgestellten Container zu verladen.

Nach mehr als sechsstündigem Einsatz beendeten die 20 Helferinnen und Helfer des THW vorläufig diesen Übungstag. Es zeichnete sich schnell ab, dass noch weitere Einsätze erforderlich sind, um das gesamte Gebäude niederzulegen.

Mit dem Abriss des Gebäudes 99 endet auch die besondere Geschichte dieses Hauses. Laut Berichten von Zeitzeugen und Aufzeichnungen ist anzunehmen, dass das Gebäude 1956 von den Engländern erbaut wurde. Es war einst nicht nur ein Clubhaus und Soldatenheim, es diente bereits zu Zeiten der Nutzung des Oldenburger Fliegerhorstes durch die Royal Air Force (RAF) den Soldaten und ihren Angehörigen als Kapelle. Im linken Teil des Gebäudes 99 befand sich die Kapelle, in der die Gemeinde ihre Gottesdienste feierte.

Ein Teil des gesellschaftlichen Soldatenlebens spielte sich in den Räumen ab. Sie wurden auch für die Verpflegung der Soldaten genutzt, erinnern sich noch einige Zeitzeugen an die Zeit vor über 30 Jahren. In den letzten Jahren der Fliegerhorstnutzung diente das Gebäude der Betriebsgruppe als Lager.

Vielleicht gibt es noch weitere Zeitzeugen, die alte Fotos und Dokumente besitzen, fragen die Chronisten der Traditionsgemeinschaft Jagdbombergeschwader 43, die auf dem Fliegerhorstgelände ein Museum eingerichtet haben. Wer Informationen hat, kann sich bei Fred Vosteen, Tel. 969 42 32, melden.

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