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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Riesenpilz am Wegrand entdeckt

06.06.2014

Osternburg Bei ihrem täglichen Spaziergang mit ihrem schwarzen Rassepudel „Amigo von der roten Buche“, genannt „Budschi“, traute Claudine Brunken (75) ihren Augen nicht, als sie am Wegesrand in Osternburg unter einem großen Busch einen weißlich glänzenden Riesenpilz entdeckte. „Ein Bovist vom Ausmaß eines Motorradhelms“, stellte die gebürtige Wiesbadenerin schnell fest, „und der hatte ein Aroma, das können Sie sich nicht vorstellen“, erzählt sie ganz begeistert im Gespräch.

Boviste sind in der Regel kugelförmige Pilze mit anfangs weißem Fruchtfleisch. Später entwickeln sie gelblich-braune Sporen und die Haut färbt sich grüngelblich bis dunkelbraun. Reifere Bovisten verlieren ihr angenehmes Aroma und können sehr unangenehm riechen.

„Als ich Kind war, sind wir immer gern drauf getreten, weil dann die pulverigen Sporen so schön herausplatzten“, erinnert sich die Rentnerin, die seit 20 Jahren in Oldenburg lebt und gerne noch als Radioredakteurin arbeitet. Sie ist der Meinung, dass es sich bei ihrem Fund um einen Riesenbovist der Sorte „Langermannia gigantea“ handelt.

Dieser Pilz wird im Durchmesser bis zu 50 Zentimeter groß. Der Riesenbovist von Claudine Brunken hat einen Durchmesser von rund 30 Zentimetern und eine Höhe von knapp 20 Zentimetern. Er ist ganz ohne Stiel gewachsen. Lederartig und glatt fühlt sich die Haut an.

Der wissenschaftliche Leiter des Botanischen Gartens der Carl-von-Ossietzky-Universität, Dr. Klaus Bernhard von Hagen, weiß, dass nach landläufiger Meinung im Herbst eher mit solchen „Pilzgrößen“ zu rechnen ist. Es sei aber keineswegs ungewöhnlich, dass so früh im Jahr ein Bovist diese Ausmaße erreichen kann, sagt er.

„Ich komme nicht mehr dazu, den Pilz frisch zu verarbeiten, weil mein Ticket für einen vierwöchigen Urlaub in Südafrika schon auf dem Tisch liegt, aber Freunde warten schon darauf, ihn schleunigst zu verwerten“, sagt die weit gereiste Claudine Brunken, die im „nächsten Leben“ Rallye-Fahrerin werden möchte.

Sternekoch Christian Richter vom Restaurant „Perior“ in Leer empfiehlt den Freunden der Osternburgerin folgendes Rezept für den Bovist: Den Fruchtkörper in Scheiben schneiden und kurz etwas schärfer in Öl anbraten. Nicht würzen, weil der Pilz dann Wasser zieht. Nach dem Wenden die Scheiben „arosie-ren“, das heißt, immer wieder leicht mit Butter übergießen. Zum Schluss mit etwas Salz und Pfeffer würzen. Separat kleine Melousse-Zwiebeln angedünstet dazulegen. Eine klassische Frankfurter Grüne Soße, deren sieben Kräuter (Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch) zurzeit im Kräutergarten wachsen und ein „modernes Pilzbrot“ in Form kleiner Croûtons aus dem Inneren einer Graubrotscheibe gezupft und leicht in wenig Butter angebraten, machen aus dem Ganzen ein schmackhaftes regionales Gericht.

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