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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Rodenkircher Lehrerin Schreibt Fantasy-Roman: Fabulieren unter freiem Himmel

23.07.2019

Rodenkirchen Auf einmal war Fredi ungeduldig. Richtig gedrängelt hat er. „Erzähl den Leute von mir“, hat der kleine Wicht gefordert.

Lange musste Katharina Lindner nicht überredet werden. Zwischen bunten Stauden in ihrem Garten im Oldenburger Stadtteil Ofenerdiek war genug Platz für ihr Arbeitszimmer. Im Winter ist sie auf die Wohnzimmercouch umgezogen. Ein Jahr hat die 39-Jährige an „Fredi“ geschrieben. Zwischendrin ist sie immer wieder in ihre alte Heimat gereist und hat recherchiert.

Luther und Bach

Die Protagonistin ihres Romans wird von der lebendig gewordenen Puppe Fredi auf eine Zeitreise durch die Eisenacher Geschichte eingeladen. Zwischen 1206 und 1998 begegnet sie der Heiligen Elisabeth, Martin Luther und Johann Sebastian Bach. Ein Treffen mit dem Komponisten wäre auch Katharina Lindners Traum. Weil sie aber nicht durch die Vergangenheit wandeln kann, begnügt sie sich mit Fantasie. Davon hat die Mutter eines erwachsenen Sohnes genug. Zwei Romane wurden bereits unter ihrem Namen veröffentlicht. In einem geht es um eine Frauenfreundschaft, das andere Werk beschäftigt sich mit der Lebensgeschichte Oscar Wildes, über den die Ofenerdiekerin zehn Bücher gelesen, oder besser: verschlungen hat. „500 Seiten in einer Woche sind nichts“, sagt sie – wobei noch Zeit zum Basteln, Schmuck entwerfen, Tagebuch führen und ihr Hobby, die Astrologie, bleibt.

Beruf und Berufung

Nebenbei ist Katharina Lindner auch noch voll berufstätig. Als Oberschullehrerin unterrichtet die 39-Jährige jugendliche Rodenkircher in Deutsch, Kunst und Medienerziehung. Kein leichter Job. Ausgleich findet die Pädagogin vor allem im Schreiben. Fredi spukte schon lange in ihrem Kopf herum. Und eine Geschichte über das geschichtsträchtige Eisenach zu schreiben, fand sie dringend nötig.

In dem Roman geht es aber noch um weit mehr. „Fredi“ erzählt von einer Frau in der Mitte ihres Lebens, einem, in dem nicht alles nach Plan gelaufen ist. Behandelt wird auch das Gefühl der Entwurzelung, die Suche nach Identität. „Ein Thema, das viele meiner Mitmenschen begleitet“, sagt Katharina Lindner. Anfang der 80er in der ehemaligen DDR geboren, war sie zur Zeit der Wende selbst noch jung genug, um sich an neue Werte und Regeln zu gewöhnen. „Den Erwachsenen ging es anders. Wenn gewohnte Strategien auf einmal nicht mehr funktionieren, ist man aufgeschmissen“, sagt die 39-Jährige.

Als sie 2003 zum Studieren nach Oldenburg zog, gewöhnte sie sich schnell an das Leben im Westen. Bei den Recherchereisen für ihr Buch hat sich Katharina Lindner natürlich trotzdem zu Hause gefühlt. „Ich kannte all die Plätze aus meiner Kindheit“, sagt sie. Neu war es für die Lehrerin, an Führungen durch das Bach-Haus und die Wartburg teilzunehmen. Überall dort muss die Heldin ihrer Geschichte Missionen erfüllen. Ziel der Zeitreise durch acht Jahrhunderte ist es, Frieden mit der Gegenwart zu schließen, ein bisschen glücklicher zu werden. „Ein Lebensthema“, sagt die Autorin.

Wunsch und Wirklichkeit

Selbst sei sie zufrieden – mit ihrem Beruf, der Beziehung zu ihrem Partner und der Rolle als Mutter. Und sie weiß, was sie will. „Fredi“ ist im Selbstverlag erschienen. „Weil ich da alles selbst bestimmen und machen konnte“, sagt die Schriftstellerin. So hat sie nicht nur das Cover gestaltet, sondern als studierte Germanistin selbst lektoriert.

Erste Probeleser waren ihre Eltern und die Schwiegermutter. Wer ihr Buch inzwischen alles auf dem Nachtschrank liegen hat, weiß Katharina Lindner nicht. Und es ist ihr auch nicht wichtig. Hauptberuflich will sie Lehrerin bleiben. „Mit dem Schreiben gönne ich mir was. Eine Auszeit“, sagt sie. Aber immer zu Hause sitzen und auf den Laptop tippen, sei nicht ihr Ding, da fehle ihr der Input.

Elfen und Dark Wave

Aktuell sitzt die Oldenburgerin am neuen Werk. Das Genre habe ihr so gut gefallen, dass sie bei der Magie bleibt. Dieses mal geht es um Elfen und Feen, verrät sie. Zur Inspiration hört die 39-Jährige beim Verfassen Musik. Gerne Dark Wave oder Gothic aber auch Klassik, Bach natürlich. An ihren Schülern ist die schreibende Lehrerin selbstverständlich nicht vorbeigegangen. „Googelt mich doch“, hat Katharina Lindner auf die Frotzeleien der Teenager geantwortet. Über ihr Gesicht huscht ein Lächeln. Vielleicht klopft gerade eine neue Idee an.

„Wenn was da ist, muss es raus“, sagt Katharina Lindner. Fredi, die Puppe aus ihrer Kindheit, drängelt jetzt nicht mehr. Aber da sind neue Stimmen, die wollen, das die Autorin den Menschen von ihnen erzählt.

 „Fredi“ ist im Twentysix-Verlag erschienen und kostet 17,99 Euro. Erhältlich ist der Roman per Bestellung im Buchhandel oder über:


     www.twentysix.de 
Mehr zur Autorin:   www.lindner-katharina.de 
Lea Bernsmann Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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