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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Schauspiel auf den Spuren von Auswanderern

07.05.2014

Oldenburg In der Regel gibt es erst eine Textfassung und dann eine Inszenierung durch den Regisseur. Bei „Übersee“, das jetzt im Kleinen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters Premiere feiert, ist das anders. Jan Neumann (38), Schauspieler, Autor und Regisseur, kam zunächst nur mit einer Idee ans Staatstheater. Innerhalb eines Jahres entwickelte er daraus zusammen mit fünf Schauspielern und in Kooperation mit der Universität Oldenburg das Schauspiel „Übersee“.

Im Rahmen der Recherche befragten die Theatermacher Oldenburger Bürger, deren Vorfahren ausgewandert sind. Sie sprachen mit Flüchtlingen, die es hierher verschlug, und mit Historikern. So entstand eine Sammlung von Geschichten über das Auswandern.

Eine entscheidende Rolle kam den fünf Schauspielern Sarah Bauerett, Anna Steffens, Eike Jon Ahrens, Denis Larisch und Henner Momann zu. „Sie bringen ihre persönlichen Geschichten ein und sind den Figuren sehr nah, auch wenn diese nicht autobiografisch sind“, sagt der freischaffende Dramaturg Volker Bürger, der schon mehrfach mit Jan Neumann zusammengearbeitet hat.

Im nächsten Schritt, erzählt Bürger weiter, improvisierten die Schauspieler Szenen, die Jan Neumann mit der Videokamera aufzeichne: „Aus den Aufnahmen und den Gesprächen entwickelt er dann seinen Text. Das ist seine Arbeitsweise.“

Entstanden ist eine heutige Rahmenhandlung. Diese handelt von drei Geschwistern, die nach Hause, nach Oldenburg kommen, weil deren Vater im Krankenhaus im Koma liegt. Ein Sohn, der Haupterbe, hat das Elternhaus bereits verkauft, woraufhin ein heftiger Erbschaftsstreit entbrennt, in den eine der Familie nahestehende Nachbarin sowie ein entfernter Cousin aus dem Osten hineingezogen werden. „Uns war es wichtig, Menschen von heute abzubilden und zu fragen, welche Auswirkungen Geschichte auf uns hat“, so der Dramaturg.

Eingebettet in diese Grundsituation werden fünf Geschichten aus unterschiedlichen Zeitepochen erzählt. Ein Erbschaftsstreit aus dem Jahr 1850 ist darunter ebenso wie die Flucht einer jüdischen Familie im Jahr 1938 sowie die Vertreibung 1945 aus Ostpreußen. Während die heutige Handlung komödiantische Züge trage, sagt Bürger, seien die Episoden episch und berührend. Für atmosphärische Musik sorgen die Schauspieler selbst, wenn sie vor allem instrumentale Livemusik machen.


  www.nwzonline.de/theater 
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