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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Schlichte Schönheit in Form und Stein

01.06.2013

Oldenburg Schlichte Schönheit: Die Philosophie des Zen-Buddhismus beeinflusst die Kultur der japanischen Gärten. Auf kleinem Raum zeigt das konzentriert der Stadtgarten am Lefferseck, der als Quelle der Ruhe in der Innenstadt angelegt ist. Zen-Ideale wie Gelassenheit, Harmonie und Wertschätzung der Natur werden ausgedrückt durch Steine, geformte Nadelhölzer-Solisten, aber auch durch kleine Magnolien und einen filigranen, dunkelblättrigen Fächerahorn.

Schreiende Farben würden diese Komposition der Zurückhaltung stören, daher wurden die Grundkomponenten von Steinen, Granitkies und Wasser vom Team um Volker Kreye ergänzt durch kleine, hellgelb oder blassblau blühende Azaleen. Diese Art Schönheit erschließt sich vielen, die üppige Blüten und Blätter lieben, erst auf den zweiten Blick. Doch der ist es Wert, Schieferplatten als Wege bieten dem Auge Orientierung.

Gartenpate ist Eiji Ohashi, der seit 37 Jahren in Deutschland lebt und den Konzertbesucher seit mehr als 30 Jahren als Cellisten des Staatsorchesters kennen. Die klassische Musik war es auch, die ihn nach Europa lockte. Aus den japanischen Frühlingsgärten seiner Kindheit erinnert er den Duft von Pflaumen- und Pfirsichbäumen. In Japan, so berichtet Ohashi, wird das Fest der Schönheit der Kirschblüte gefeiert: „Hanami“ heißt übersetzt soviel wie „Blüten betrachten“.

Bekannt wurde das Fest in Deutschland auch durch den gleichnamigen Film von Regisseurin Doris Dörrie. Auch Eiji Ohashi, Vater von vier Kindern, hatte in seinem Oldenburger Garten einen Kirschbaum, dessen Blüten im Frühling und buntes Laub im Herbst die Familie sehr liebte. Leider sei der Baum irgendwann zu groß geworden und habe gefällt werden müssen. „Wir vermissen ihn“, sagt er.

Die alljährliche Feier der Kirschblüte sei aber auch eine Feier des Lebens und der Vergänglichkeit der Jahreszeiten. Schließlich dauere die Blüte nur wenige Tage.

Überhaupt kündet ein japanischer Garten, der im Gegensatz zu dem Barockgarten bei der Landesbibliothek, typischerweise asymmetrisch angelegt ist, auch immer von Vergänglichkeit. So darf Holz verwittern, ja, diese Patina ist sogar erwünscht. Moose und Farne sind beliebte Grünpflanzen für dieses Szenario. Aus jeder Perspektive ergibt sich durch die Asymmetrie eine anderer Eindruck der kleinen Gartenkomposition.

Wie das Element Wasser des kleinen Baches, der dem Auge Ruhe bietet, zählt auch das Element Feuer zur Symbolik japanischer Gärten. Und so sind die Steinlaternen im Lefferseck-Garten mehr als ein dekoratives Element. „Sie sind sehr schön, und ich freue mich sehr darüber“, sagt Eiji Ohashi, der nicht nur als Cellist weiß, dass die Konzentration immer Teil des Weges ist. Die Bündelung der Gedanken lehrt er auch als Meister des japanischen Schwertkampfes Kendo und gibt die Technik an Jugendliche weiter.

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