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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Schüler drehen Kurzfilme im Museum

23.02.2017

Oldenburg Eine verhüllte Gestalt betritt das Horst-Janssen-Museum. Mit einem mysteriösen Päckchen unter dem Arm schleicht sie durch die Gänge des Museums. Plötzlich taucht eine weitere dunkel gekleidete Person auf. Die beiden scheinen verabredet zu sein. Heimlich gibt die Gestalt mit dem Päckchen dieses an die andere weiter. Dann geht alles ganz schnell – ein Mann mit einer Pistole betritt den Raum. Die Gestalt, die das Päckchen übergeben hat, wird angeschossen und stirbt offenbar. Hastig fliehen die Überlebenden aus dem Saal.

Hinter Tätern, Opfer und Kamera stehen vier Schüler der IGS Flötenteich. Die Zehntklässler konnten die Jury mit ihrem Kurzfilm „Der Picasso“ komplett überzeugen und landeten auf dem ersten Platz. Caroline Funk, Lukas Schrader, Marcel Hohn und Esra Müller hätten mit dem Sieg so nicht gerechnet, sagen sie. „Das Brainstorming war besonders spannend. Ich könnte mir vorstellen, auch später beruflich beim Film zu arbeiten“, erzählt Esra.

Kunst neu entdecken

Ein halbes Jahr lang durften die Jugendlichen die Museen und Kunstsammlungen der Stadt Oldenburg kostenlos entdecken. Dies war im Rahmen des museumspädagogischen Wettbewerbs „U_Act“ (Young Art and Culture Ticket) möglich. Insgesamt nahmen 117 Schüler von fünf Oldenburger Schulen teil. Das Besondere: Alle Kurzfilme wurden von Anfang bis Ende bloß mit dem Handy gedreht.

„Die Schüler besuchen die Oldenburger Museen und reflektieren im Nachhinein, was ihnen besonders gut gefallen hat. Daraus entstehen dann Filme, die eine ganz andere Wahrnehmung von Kunst zeigt, als wir denken“, weiß Luisa Jansen. Sie betreut die Pressearbeit für das Projekt „U_Act“ und ist Kunstvermittlerin im Edith-Russ-Haus für Medienkunst.

Erfrischende Ideen

Alle 15 eingesandten Filme wurden dem Publikum gezeigt und die ersten drei prämiert. Platz vier und fünf erhielten zwar keinen Preis, wurden aber wegen einer gewitzten Idee und einer dynamischen Kameraführung extra gewürdigt.

Auffällig war, dass die Jugendlichen die Filme bevorzugt musikalisch mit Rap-Songs unterlegt haben.

Platz zwei ging an den Kurzfilm „Mannequin“ vom Quartett des Alten Gymnasiums. Michelle Zaddach, Angelina Kazarjan, Delberin Gök und Kilian Paul Ramm konnten die Jury mit ihrer schauspielerischen Leistung und passender Musik überzeugen. Mit einer Mischung aus historischen Figuren und digitalen Medien gelang ihnen eine ausgefallene Art des „Storytellings“ („Geschichten-Erzählens“).

Mit einer mutigen Herangehensweise an das heikle Thema Gewalt wurden Lionell Fokou und Alexandra (von der Oberschule Eversten) zu Drittplatzierten. Gewinne in Form von Gutscheinen für Kino, Schwarzlicht-Golf und das Team-Breakout wurden vergeben. Sandrine Teuber vom städtischen Amt für Museen, Sammlungen und Kunsthäuser sieht das Projekt als pädagogisch wertvoll an. „Wir erreichen durch den Wettbewerb eine Zielgruppe, die ansonsten schwer greifbar ist. So schaffen wir es, die Jugendlichen für Kunst und Kultur zu begeistern.“ Im nächsten Jahr findet der Wettbewerb zum sechsten Mal statt.