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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Premiere: Schwiegermutter stichelt auf Plattdeutsch

18.02.2011

OLDENBURG Heidi Kabel spielte in dem Ohnsorg-Klassiker „Mudder Mews“ einst die Hauptrolle. Im Oldenburgischen Staatstheater gebührt Margrit Backhus von der August-Hinrichs-Bühne (AHB) jetzt die Ehre. Als Mudder Mews macht sie nicht nur ihrer Schwiegertochter Elsbe (Hanka Schmidt) das Leben zur Hölle, sondern mischt sich auch in das ihrer drei Kinder folgenschwer ein.

Elsbe lebt mit ihrem Kind Hannes (Thorge Cramer/Jan-Hendrik von Minden), Ehemann Wilhelm (Tammo Albers) und dessen jüngerem Bruder Hugo (Lars Möller) unter einem Dach. „Wir blicken in ihre gute Stube. Die Männer servieren Kaffee und Kuchen, Elsbe liest. Soweit sind alle glücklich“, beschreibt Regisseurin Andrea Udl die Ausgangssituation des Dramas.

Bis Mudder Mews, die bis dato bei Tochter Lisbeth (Daria Evers) lebte, eines Tages einzieht und das Leben nach ihren Regeln neu ordnet. Mit tragischem Ausgang. Hugo verfällt erneut dem Alkohol. Und Elsbe nimmt sich am Ende gar das Leben.

Regisseurin Andrea Udl, die auch „Pik As för den Dood“ in Oldenburg inszenierte, sieht Mutter Mews nicht einseitig als bösen Drachen, der mutwillig zerstört. „Vielmehr treffen hier unterschiedliche Lebensentwürfe aufeinander“, erläutert sie: „Und man fragt sich, wie viel Verantwortung trägt man für sein eigenes Tun?“

Mit „Mudder Mews“ schrieb der Hamburger Dramatiker Fritz Stavenhagen (1876-1906) sein berühmtestes Stück. Verglichen werden seine Arbeiten gerne mit den naturalistischen Dramen von Gerhart Hauptmann. Stavenhagen, der nur 29 Jahre alt wurde, gilt als Pionier des niederdeutschen Dramas. „Er hat gezeigt, dass sich Plattdeutsch nicht nur für Komödien eignet. Man kann auf Platt selbstverständlich auch streiten“, sagt Andrea Udl. In „Mudder Mews“ gebe die niederdeutsche Sprache dem Gezänk gar mehr Tiefe. Fritz Stavenhagen beschrieb mit „Mudder Mews“ vor über hundert Jahren eine Familie, wie es sie heute – Emanzipation hin oder her – noch gibt.

Aus diesem Grund hat Ausstatterin Anja Hertkorn Kostüme und Bühne im Kleinen Haus der heutigen Zeit angepasst. Das Tuten von Schiffen ertönt von weither und im Radio spielen sie Lieder von Ina Müller. „Von einer starken Frau, das war uns wichtig“, sagt Udl.

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