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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Ausstellung: Selfie-Station vor wilden Tapetenmustern

13.11.2015

Oldenburg Normalerweise trägt Rieke Greten enge Röhrenjeans. Jetzt stolziert die 16-Jährige in einer Schlaghose über den Laufsteg. Nach ihr führen Arzu Sakarer (15), Kanac Asghar (15) und Mira Lange (16) Hippie-Kleider, wild gemusterte Blusen, Plateau-Schuhe, Peace-Ketten und Riesen-Sonnenbrillen vor. Höhepunkt der 70er-Jahre-Modenschau: Arzu schlüpft in ein weißes Brautkleid, das ihre Lehrerin Irmtraud Dannemann-Warmbold 1977 bei ihrer eigenen Hochzeit getragen hatte. „Passt ihr doch super!“, findet die Lehrerin und lässt dazu vom Band Marianne Rosenberg „Er gehört zu mir“ singen.

Keine Frage: Im Saal des Oldenburger Schlosses wurden am Donnerstag die 70er-Jahre wieder lebendig. Die Modenschau gehörte zur Eröffnung der Ausstellung „Politisch, poppig, wild“, die Schüler der Oberschule (OBS) Alexanderstraße, des Gymnasiums Graf-Anton-Günther-Schule (GAG) und der Waldschule Hatten sowie Studierende des Faches Kunst und Medien der Carl von Ossietzky Universität gestaltet haben. Die GAG-Song-Singers intonierten dazu Abba-Hits. Die im Schlossatelier aufgebaute Schau begleitet die aktuelle Sonderausstellung „Demo, Derrick, Discofieber“. „Toll, wie präzise Ihr den Zeitgeist der 70er, der Kinder- und Jugendzeit Eurer Eltern, getroffen habt“, lobt Kurator Dr. Michael Reinbold.

Die vier Nachwuchs-Models auf dem Laufsteg gehören zum Wahlpflichtkurs „Textil“ der Klasse 10 der Oberschule Alexanderstraße. Die Schülerinnen und Schüler haben nicht nur im Bekanntenkreis Flower-Power-Klamotten zusammengetragen, sondern für die Ausstellung auch eigene Schnittmuster entwickelt, mit der Hand und mit der Maschine Kleidungsstücke genäht und gesäumt sowie Stoffe bedruckt und gebatikt.

Blickfang im ersten Ausstellungsraum ist eine Wohnzimmer-Installation, die die ehemalige Klasse 10e am GAG unter der Leitung von Kunstlehrerin Karin Lipp gefertigt hat. Das Wohnzimmer der 70er zeigt eine Schrankwand im sogenannten „Gelsenkirchener Barock“: hässlich und spießig eben. Im Nachbarraum hängen vier großformatige Tapetenbahnen, mit denen Zehntklässler der OBS Alexanderstraße mit ihrer Kunstlehrerin Silvia Gramsch die wildesten Farbzusammenstellungen der 70er nachgebildet haben. Der Tapeten-Hintergrund fungiert als „Selfie-Station“ – zum Posen liegen Accessoires bereit.

Für ein schwarz-weißes Kontrastprogramm sorgen Studentinnen der Uni Oldenburg: Unter der Leitung von Dozentin Sabine Wallach haben sie Foto-Ikonen der 70er mit Motiven der Gegenwart kombiniert. Herausgekommen sind „respektlos-ironische“ Zusammenstellungen, sagt Museumspädagogin Doris Korte, zum Beispiel Pinocchio im Tatort-Krimi-Visier oder Punks in der Rappelkiste.

Die 70er-Jahre in zwölf Objektkästen verpackt haben Siebtklässler der Waldschule Hatten in der von Volker Westerkamp geleiteten Geschichtswerkstatt. Ihre Themen sind der RAF-Terrorismus, die Olympischen Spiele 1972 und die WM 1974 in Deutschland, aber auch die Wohnkultur und die deutsche Teilung. Mit ihrem Modell der Grenzanlagen sind sie ihrer Zeit sogar voraus: „Genau so etwas“, nickt Kurator Reinbold anerkennend, „werden wir auch für unsere 80er-Jahre-Ausstellung bauen lassen.“   Die Ausstellung „Politisch, poppig, wild“ ist bis zum 20. März im Schlossatelier dienstags bis sonntags, jeweils 10 bis 18 Uhr, geöffnet.


Mehr Infos unter   www.nwzonline.de/fotos-oldenburg 
Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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