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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Sieben Zierpflanzen und die liebe Nachtigall

29.04.2013

Oldenburg Ein guter Komponist kann über alles bezaubernde Musik schreiben: Darius Milhaud schrieb 1920 über einen „Blumenkatalog“ mit sieben Zierpflanzen für Sopran und Klavier. Nach den trefflichen Blumenporträts (u.a. Veilchen, Begonie, Krokus und Steppenkerze) heißt es lapidar: Sie erhalten die Preise auf Anfrage. All das natürlich auf Französisch, denn der zweiten Teil der Konzertreihe „Homage à Poulenc“ im Lambertussaal der Lambertikirche stellte nur französische Lieder und Kammermusik für Sopran (Britta Stallmeister), Flöte (Delphine Roche) und Klavier (Klaus Simon) vor.

Der rote Faden des wirklich publikumsfreundlichen Programms war die Nachtigall – verzaubert, melancholisch, aber immer bezaubernd. Vor allem Delphine Roches ausdrucksstarke Flöte repräsentierte diese Nachtigall. Wie ähnlich und doch charakteristisch verschieden die gleiche Textvorlage, „Die unsichtbare Flöte“ von Victor Hugo, vertont werden kann, ließen die nur 15 Jahre auseinanderliegenden Versionen von Camille Saint-Saens und André Caplet hören. Britta Stallmeister sang die Preziosen expressiv, farbig und mit Raffinesse, Klaus Simon pointierte klug und mit Übersicht. Von den 13 Werken, die erklangen, gefielen alle, was leicht dem warmen, anhaltenden Beifall anzumerken war. Léo Delibes’ „Le Rossignol“ bestach durch die geradezu lautmalerische Flöte und die opernhaften Einlagen, die Britta Stallmeister beherzt, sauber und raumfüllend meisterte.

Zwei Vokalisen, je eine von Charles Koechlin, dem Lehrer Poulencs, und Jaques Ibert, gestaltete die Sopranistin gleichsam instrumental auf einem langgezogenen „a“ als Terzett mit Flöte und Klavier. Im Duett verzauberten Flöte und Klavier mit Poulencs 1957 geschriebener Sonate das Publikum. Albert Roussels „Deux Poèmes de Ronsard“ für Sopran und Flöte beginnen mit einem leuchtenden, duftig-schwebenden „Nachtigall, meine Allerliebste“ und vereinten, ja, konzentrierten noch einmal alles, was den Reiz dieser französischen Kammermusik ausmacht: Lebensfreude, Farbigkeit, Raffinesse, Poesie, Witz und Weltläufigkeit.

Nach zwei Stunden, mit der Zugabe „Heidnischer Abend“ (in der Lambertikirche!), endete ein gehaltvoller Abend aus dem Geist des Pariser Salons durch und durch erfreulich.

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