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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Singen ist für sie wie Kaffeetrinken

05.04.2014

Oldenburg Im Flur zum Arbeitszimmer von Caren Miller sind sie aufgereiht, die Erinnerungen an eine aufregende Zeit in der Musikbranche. 27 Auszeichnungen für Verkaufserfolge, darunter Platten in Gold und Platin aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Polen, Finnland, Norwegen, Schweden und Australien. „Ganz schön viele Staubfänger sind das“, lacht Caren Miller. Seit zwölf Jahren lebt die gebürtige Bremerin in Oldenburg. Sie war die Stimme der Dance-Pop-Formation „Mr. President“: Ohrwürmer wie die 1996 erschienene Single „Coco Jamboo“, die sich 840 000-mal verkauft hat, sind unvergessen.

Ruhm ernten Andere

Den Ruhm haben damals indes andere genossen – Caren Miller, die eigentlich Müller heißt, blieb als Studiosängerin im Hintergrund. Dass die beiden Frontfrauen „T-Seven“ und „Lady Danii“ bei Auftritten zum Playback ihre Lippen bewegten, war in der Musikbranche nicht unüblich – siehe Milli Vanilli. Die erste Goldene für „Mr. President“ gab es in Deutschland mit „Up’ n’ away“ bereits 1995. Bevor der Song ein Jahr zuvor veröffentlicht wurde, hatte ihn Caren Miller bereits für die „Mr. President“-Produzenten als Werbesong für die Lufthansa eingesungen. Eine Plattenfirma fand daran Gefallen und nahm „Mr. President“ unter Vertrag. Und weil auch das folgende Album ein Erfolg wurde, machte Caren Miller weiter, gab die Ghostsängerin und komponierte sogar mit, zum Beispiel „Take me to the limit“ (1997) beim dritten Album „Nightclub“.

Dass ihre Kolleginnen in erster Reihe standen, störte sie nicht: „Anfangs dachte ich, dass ich auch gerne so viel reisen würde. Aber das war für die Mädels nur Stress: Raus aus dem Flieger, schnell ins Hotel, Auftritt, rein ins Flugzeug.“ Nach einigen Umbesetzungen in der Gruppe – Sängerin „T-Seven“ stieg im Jahr 2000 aus – war auch für Caren Miller Schluss.

Über ihre Musik spricht die Sängerin gerne, ihr Alter behält sie indes für sich, auch über ihre Familie gibt sie nichts preis: „Das ist privat.“

Vor ihrem „Mr. President“-Engagement war sie mit der Top-40-Band „Albatross“ auf Tour – mit rund 120 Terminen im Jahr war der Kalender prall gefüllt. „Ich trete halt gerne auf“, sagt die Blondine. Das ist auch heute noch so: Ihr „Hobby“ sind die „Flying Soultoasters“, mit denen sie am 12. April in der Wardenburger Wassermühle auf der Bühne steht. Am 25. April wirkt sie beim Auftritt von „Charizma Soul“ im Kulturzentrum Ofenerdiek mit. Ein Heimspiel hatte sie vor zwei Wochen bei „Classic meets Pop“ vor 8000 Zuschauern: „Das war Gänsehaut pur“, sagt Miller. Mit dem Orchester des Staatstheaters aufzutreten, sei für sie „wie Weihnachten“ gewesen.

Dreieinhalb Oktaven

Mit „What’s up“ von den „4 Non Blondes“ konnte sie beweisen, dass sie über einen Gesangsstil mit hohem Wiedererkennungswert verfügt. Mit Leichtigkeit schraubt sie ihre Stimme – das Spektrum reicht über dreieinhalb Oktaven – in die höchsten Lagen. Im Chorus strotzt ihr Gesang vor Kraft, im Finale des Songs lässt sie die Töne schwebend verhauchen.

Ihr Können gibt sie als Gesangslehrerin in der Musikschule Schallenberg in Jeddeloh an Talente weiter. Als Sängerin liebt sie Jazz, Funk, Soul und Blues sowie Rock und Pop. Auf dem Klavier hingegen spielt sie nur klassische Stücke – „als Ausgleich“.

Die große stimmliche Bandbreite kommt ihr auch als Galasängerin zu Gute. Im vorigen Jahr wurde sie von der Miss Germany Corporation für die Miss- und Mister-Wahlen im Europapark Rust gebucht, an diesem Sonntag steht sie beim Bayerischen Sportlerball auf der Bühne, um unter anderem „Simply the Best“ von Tina Turner zu singen. Die energiegeladene Soulröhre zu covern, ist für Caren Miller ebenso wenig ein Problem wie „Atemlos durch die Nacht“ von Helene Fischer nachzusingen: „Singen ist für mich wie Kaffeetrinken.“

Traum lebt weiter

Das Kaffeekochen wäre dann das Songschreiben – als Komponistin und Autorin hat sich die Oldenburgerin ebenfalls einen guten Namen gemacht, zum Beispiel für die Schlagersänger Bernd Berger und Darco sowie für „Scatman John“. Eigene Texte stapeln sich in ihrer Schublade – Caren Miller hat den Traum vom eigenen Album noch nicht aufgegeben. In diesem Fall hätte sie auch nichts gegen einen weiteren Staubfänger in der Galerie der Goldenen Schallplatten.

Stephan Onnen
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2114

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