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Aktualisiert vor 22 Minuten.

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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

ZU GAST: Sohntage und Vatergeschichten

10.08.2009

OLDENBURG Philip Waechter sitzt in der Büchergilde an der Staulinie. Wenn er von seiner Arbeit erzählt, gestikuliert er ganz geschmeidig und locker aus dem Handgelenk – und man kann sich gut vorstellen, wie seine langen, feinen Finger mit einem Stift über das Papier gleiten.

Der Illustrator war zu einer Signierstunde nach Oldenburg gekommen. Für die Büchergilde hat er das Buch „Die Straße der Ölsardinen“ von John Steinbeck illustriert. Das Schwierigste sei gewesen, sich in die Zeit, das Amerika der 30er Jahre, hineinzufinden. „Ich hab mich lange rangetastet, bis ich einen Stil gefunden habe, der auch zum Textduktus passt“, erinnert sich der Illustrator. Die Zeichnungen wirken düster mit ihren kantigen, schwarzen Linien und vielen Schatten.

Zum ersten Mal hat Waechter ein Buch für Erwachsene bebildert. „Illustrationen für Erwachsene finden sich ja eher in Magazinen, und da müssen sie cool und trendy sein. So hab ich mich nie gesehen“, sagt der schlaksige 41-Jährige, gekleidet mit Jeans und dem T-Shirt seiner Frankfurter Ateliergemeinschaft Labor, die Haare strubbelig und eine modische Hornbrille auf der Nase – zum Zeichnen setzt er sie ab.

Seine Leidenschaft sind Kinderbücher. Doch er hat festgestellt, dass Erwachsene sein Buch „Ich“ meist noch viel mehr mögen als Kinder. Am liebsten zeichnet er Tiere, die sich in der Welt der Menschen zurecht finden müssen, wie seine Figur „Rosi in der Geisterbahn“, ein Hase mit einem roten Mantel.

Eine große Veränderung war die Geburt des Sohnes vor drei Jahren. „Plötzlich dreht sich alles um den Sohn“, beschreibt der Autor. Und so entstand die Idee zu seinem Buch „Sohntage“.

Und dann muss sie gestellt werden, die unausweichliche Frage nach seinem berühmten Vater, dem Karikaturisten F. K. Waechter. Philip Waechter lacht ein bisschen verlegen: Ja, darauf wird er immer wieder angesprochen „Nach dem Studium war das schlimmer. Als ich mit meiner Mappe bei den Verlagen stand und die fragten: ’Können Sie nicht ein bisschen mehr wie ihr Vater sein?’“ Doch der Sohn hat seinen eigenen Stil gefunden, auch wenn er, wie er sagt, von seinem Vater geprägt wurde. Schon mit etwa zehn Jahren wusste der Sohn, dass er Zeichnen will wie der Vater.

Der 2005 verstorbene F. K. Waechter sei, so hat Philip Waechter festgestellt, vielen Jüngeren nicht mehr bekannt. „Das ist die Generation der 50- und 60-Jährigen, die mir erzählen, dass „Wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein“ in ihrer WG hing.

Philip Waechter ist ein Familienmensch. Zurzeit arbeitet er an einem Bilderbuch zusammen mit seiner Frau Moni Port. „Sie hat den Text geschrieben und gesagt, dass sie es nicht selbst zeichnen mag.“ Daher übernimmt er diese Aufgabe. Im Frühjahr soll das Buch erscheinen.

Illustrationen von Philip Waechter sind noch bis Ende August bei der Büchergilde, Staulinie 15, zu sehen.

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