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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Karneval: Spaß gibt’s auch ohne Kamelle

09.02.2016

Oldenburg Heidewitzka, Herr Kapitän! Während in Düsseldorf, Mainz und Münster die Rosenmontagszüge wegen ’n büschen Wind abgesagt wurden, ziehen die Oldenburger Karnevalisten ihr Ding knallhart durch. So ein Tag ist für die hiesigen Frohnaturen – die in Rekordbesetzung mit 19 Personen (davon sieben Musikanten aus Elsfleth und sieben Gastnarren von RW Bremen samt Prinzenpaar Frank III. und Renate III.) zum närrischen Marsch im Zentrum angetreten sind – ein Pflichttermin. Da können die anderen Teilzeitjecken unsrer Oma ihr klein Häuschen gern versaufen. In Oldenburg aber wird gefeiert und die gute Tradition hoch gehalten. Schau her, Düsseldorf! Hier wird der Karneval noch wider Wind und Wetter zelebriert! Jawoll und Ätsch und ein Dreifach Ha!

Durch die Country Roads und die Lange Straße geht es geradewegs Richtung Rathaus. Wo hier Passanten noch milde lächeln, fliegen dort bereits die Hände zum Himmel, wenn Blau-Rot-Präsident Geert Haase zum „Ollnborch, Helau!“ anstimmt. Von einer bunten Fiesta Mexicana lässt sich da zwar nicht gerade sprechen, als der Narrenzug am Lefferseck einen ersten Halt macht. Ein bisschen Stimmung kommt trotzdem auf, weil die Tanzmädels der Bremer Garde zu ungelenken Fanfarenklängen die Beine schwingen. Den fünf Passanten, die stehen bleiben und sich verstörten Blickes das Treiben der Liebchen anschauen, scheint es dann doch zu gefallen – und so werden Fremde zumindest kurzzeitig zu echte Fründe.

Mitschunkeln verboten

Es nutzt aber alles nichts: Die Karawane zieht weiter, mit viel Helau und noch mehr Tamtam. Sie kennen ja schließlich die Tricks aus all den anderen Karnevalshochburgen: Wenn et Trömmelsche jeiht, schaut und hört halt doch jeder hin. Ein Mitstreiter, der netterweise zuvor fragt, ob man denn Spaß verstehe, erzählt dann sogleich ein paar alte Herrenwitze. Zugegeben: Nicht alle Männer sind Schweine, im Karneval dafür aber häufiger. Obacht also! Wir sind hier ja schließlich nicht in Viva Colonia...

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Beim nächsten Stopp an der Ecke Haarenstraße zücken diesmal deutlich mehr Menschen ihre Kameras, fotografieren das Lindwürmchen der Glückseligkeit und denken sich wohl im Stillen: Da simma dabei, dat ist pri-hi-ma! Wer hier und jetzt öffentlich mitschunkeln würde, wäre gleich geächtet und von der Familie enterbt. Daher halten sich die meisten Passanten mit allzu offener Freude zurück. Für die wackeren Blau-Rot-Vertreter ist das kein Problem. Sie halten bekanntlich schon seit 30 Jahren in der Übermorgenstadt die karnevalistische Ehre hoch. Mer losse dr Dom in Kölle, so zwar das hiesige Credo. Aber rut sin de Ruse nun mal auch im Norden. Das wissen Prinz Hanfred I. und seine Holde Jessica nur allzu gut, daher feiern sie an diesem Rosenmontag, was die Quetschkommode hergibt. So im Lambertihof, so auch im Rathaus. Gleich vier Mal, bei jedem Zwischenhalt, spult Haase seinen Text herunter. Der ist zwar kein kölsche Jung und das ist auch keine echte Bütt, aber durchaus markig-spitz. „Wer unsere Frauen befummelt, soll zurück in die Wüste“, sagt er, „und zur IS – das sind Arschlöcher!“ Helau.

Mit dem Herzen feiern

Ach, Oldenburg, do bess e Jeföhl. Das zeigt sich auch heute wieder. Während sie anderenorts Kamelle werfen müssen, um Spaß zu haben, geht das im Norden auch ohne. Hier wird Karneval noch mit dem Herzen gefeiert und nicht für Belohnungen! Deshalb ist es für Prinz Hanfred nach dieser superjeilezick auch kein Problem, Bürgermeisterin Germaid Eilers-Dörfler den im November eroberten Rathausschlüssel zurückzugeben. In der nächsten Session werden sie ihn sich garantiert wieder zurückholen. Die Stadtspitze ist also durchaus gewarnt, kann jetzt aber erstmal durchatmen. Denn: Am Aschermittwoch ist alles vorbei...

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Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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