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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Kunstpädagogik: Spielerisch das Museum erkundet

27.07.2015

Oldenburg Kinderstimmen hallen durch das Foyer des Landesmuseums für Kunst- und Kulturgeschichte. Der siebenjährige Michael kramt in einer Kiste mit Ausstellungskatalogen, bestaunt die bunten Bilder. Die gleichaltrige Israa blättert in bunten Flyern, die im Eingangsbereich ausliegen. Ihre Schwestern Rokaiya (5)und Fatima (9) haben ihre Mutter Rima Al-Zahraa im Schlepptau. Michael und sein Bruder Alexander (8) waren am Sonnabend gleich mit beiden Elternteilen zur Abschlussfeier des Projektes „Farbenpiraten“ gekommen, in dem Familien mit verschiedenen kulturellen Wurzeln aus dem Kennedyviertel mitwirkten (NWZ  berichtete).

Initiatorin Claudine Blohm engagiert sich im dortigen Bewohnerverein „Wir für uns“. Museumspädagogin Doris Korte und Sozial- und Kunstpädagogin Christa Scholz vom Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte hatten das von der Stadt geförderte Projekt ausgestaltet. Dreizehn Kinder haben das Museum gemeinsam mit den Eltern spielerisch und künstlerisch an sechs Workshop-Tagen erschlossen. Ihre Gedanken und Ideen zu den Kunstwerken hielten sie in eigenen Bildern fest. „Wir haben sehr spontane Zugänge zur Kunst erlebt. Unser Blick auf die Dinge verändert sich durch verschiedene Kulturen“, sagt Korte. „Wir haben die Tür zum Museum geöffnet und gezeigt, dass das kulturelle Erbe für jeden da ist“, ergänzt Blohm.

Zum Abschluss dreht die Gruppe noch eine letzte Runde durch die Galerie und hält bei den Kunstwerken, mit denen sie sich intensiv befasst hat.

Im Schneidersitz lassen sich die Kinder etwa vor einem Gemälde des impressionistischen Malers Lovis Corinth nieder. Dieser hatte seine Tochter Wilhelmine vor gut 100 Jahren gemalt – und sie dafür beim Spielen im Garten unterbrochen. „Wie geht es euch, wenn eure Eltern euch beim Spielen stören?“, fragt Doris Korte in die Runde. Israa stößt daraufhin demonstrativ einen Seufzer aus und lässt die Hände in den Schoß fallen. Ihre Mutter Rima, die vor elf Jahren aus dem Libanon nach Oldenburg kam, kann sich ein Lächeln nicht verkneifen. „Es war uns wichtig, einen Bogen zur Lebenswirklichkeit der Kinder zu schlagen“, erklärt Pädagogin Doris Korte daraufhin.

Die Bilder der Kinder um Wilhelmine sind fantasievoll. „Sie will toben und nicht still sitzen“, findet Michael, weshalb er das Mädchen beim Kopfstand umringt von seinen Freunden gemalt hat. Israa zeigt stolz ihr Bild: Wilhelmine beim Blumenpflücken.

Auch die Eltern konnten ihrer Kreativität freien Lauf lassen. „Ich habe früher gemalt“, gesteht Vater Eugen Lutskin, als sein im Workshop gemalter Papagei große Bewunderung findet. In seiner alten Heimat Russland sei er Kunst- und Sportlehrer an einer Grundschule gewesen. Das war vor zwölf Jahren. Seine Ausbildung sei hierzulande nicht anerkannt worden, seit vielen Jahren arbeitet er als Maler und Lackierer. Bei der anschließenden Kaffeetafel wird sich noch mal über die vergangenen Projekttage ausgetauscht. „Die Geschichten hinter den Bildern waren für die Kinder sehr interessant – aber auch ich konnte noch einiges lernen“, schwärmt Mutter Rima Al-Zahraa.

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