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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Spielwitz und Spontaneität mit 30 Saiten

04.03.2015

Oldenburg Wenn Clemens Schneider an den kommenden Freitag denkt, schlottern ihm schon ein bisschen die Knie. Der Oldenburger Musiker wird am 6. März mit seinem Ensemble „Chapeau Manouche“ und seinem Idol, Martin Weiss, ab 20 Uhr auf der Bühne in der Kulturetage stehen. Der Berliner Weiss gilt als der herausragendste Jazzgeiger Europas. „Er verkörpert die Champions- Liga. Durch ihn bin ich zu dieser Musik gekommen“, sagt Schneider (37).

Um die Ecke verwandt

Im Alter von acht Jahren, so erinnert sich der gebürtige Wiesbadener, habe er den Stargeiger bei einem Auftritt erlebt, und ist seitdem von der Spielfreude und Emotionalität des Sinti-Swings fasziniert. Der 53-jährige Martin Weiss, dieser „unglaublich virtuose und schnelle Geiger“, der seinem Instrument ebenso warmherzige wie brillante Töne entlockt, sei für ihn immer Vorbild und Wegbegleiter gewesen, schwärmt Schneider – und nun wird Weiss Gastmusiker in seinem Ensemble sein.

Möglich macht’s die familiäre Bande, die viele Sinti-Musiker eint. Manolito Steinbach (42), Gitarrist von „Chapeau Manouche“, ist um ein paar Ecken mit Martin Weiss verwandt. Der gebürtige Berliner wuchs in der Hauptstadt in der Nachbarschaft der Familie Weiss auf. Seit zwölf Jahren lebt er in Oldenburg, wo er Clemens Schneider durch die gemeinsame Liebe zum Jazz und Swing der Sinti kennen gelernt hat. 2008 gründeten die beiden Musiker „Chapeau Manouche“. Rhythmusgitarrist Wilhelm Magnus (52) und Kontrabassist Benjamin Bökesch (34) komplettieren das Quartett, das 2010 den Jazzpreis des renommierten Summerjazz-Festivals in Pinneberg gewonnen hat.

Wie Django Reinhardt

Als Manouches bezeichnet sich die Gruppe der in Frankreich und angrenzenden Ländern lebenden Sinti. „Unser Bandname soll so viel bedeuten wie ,Hut ab vor dieser Kultur’“, erklärt Clemens Schneider, der an der Musikhochschule Köln Jazzgeige studiert hat. Angelehnt an die Swingmusik Django Reinhardts der 1920er und 1930er Jahre umfasst das Repertoire der Band Chanson- und Swingklassiker dieser Zeit. Aber auch moderne Jazzstandards weiß die Gruppe zu interpretieren.

Die Gitarristen Manolito Steinbach und Wilhelm Magnus verleihen mit ihrem energiegeladenen Spiel dem Ensemble die charakteristische Prägung des Sinti-Swing. Während Clemens Schneider mit der in der Jazzmusik selten zu hörenden Geige den Klang verfeinert, gibt Benjamin Bökesch mit seinem erdenden Bassspiel der mitreißenden und lebensfrohen Musik ein Fundament.

Neben Martin Weiss wird am Freitag noch ein weiterer Gastmusiker auf der Bühne stehen: Janko Lauenberger. Der 38-jährige Gitarrist aus Berlin hat sich ebenfalls der Musik des legendären Django Reinhardt verschrieben – seine Eltern durften ihn jedoch nicht nach dem belgischen Sinto benennen und entschieden sich für das phonetisch ähnlich klingende Janko.

Die Berliner treffen an diesem Mittwoch in Oldenburg ein, dann sind noch zwei Tage Zeit zum Proben. Drei Gitarren, zwei Geigen und ein Kontrabass – das macht insgesamt 30 Saiten. „Es wird einen bunten Akustik-Mix von einfühlsamen Balladen bis hin zu mitreißenden Up-Tempo-Stücken geben“, verspricht Clemens Schneider, noch ganz ruhig.


Karten im Vorverkauf unter   www.kulturetage.de 
Mehr Infos unter   www.chapeau-manouche.de 
Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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