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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Wie Tänzern Entscheidungen gelingen

09.11.2017

Oldenburg Vier grundverschiedene Choreographien von drei Choreographen-Generationen werden am 11. November im Kleinen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters Premiere feiern. Drei davon sind Uraufführungen.

Den Abend eröffnet die Uraufführung eines Stückes von Lester René González Álvarez mit dem Titel „From the Lighthouse“ (Aus dem Leuchtturm). González Álvarez ist Ensemblemitglied der BallettCompagnie des Theaters und gibt sein Debut als Choreograph. Seine Umsetzung der Themen „Entscheidungen“ und „richtig oder falsch“ werden unterstützt durch ein sehr puristisches Bühnenbild im industriellen Design und Kostüme der Modedesignerin Anastasia Lotikova, derzeit „Artist in Residence“ der Kunstschule Oldenburg. Die Musik für die sieben Tänzerinnen und Tänzer stammt vom Rostocker Musiker Johann Pätzold, den González Álvarez von einer früheren Arbeit kennt. Nach einiger Zeit war der Gedanke gereift, nicht einfach auf vorhandene Musik zurückzugreifen, sondern extra etwas komponieren zu lassen. Da kam ihm Pätzold in den Sinn. „Es war ein bisschen schwierig durch die Entfernung. Es gab eine Menge Skype- und Facebook-Anrufe, um alles genau besprechen zu können“, erklärt der Choreograph.

Nach einer Pause wird als zweite Choreographie „Is this it?“ (War es das?) von Antoine Jully uraufgeführt. Es handelt sich um ein Duett von Mann und Frau, die aber kein Paar sind, sondern eigentlich sogar nur eine Person sein könnten. „Grundsätzlich geht es in diesem Duett um Erwartungshaltungen an das Leben, aber auch Erwartungshaltungen, die jeder Mensch an sich selber oder sein Gegenüber hat und wie man damit umgeht“, erläutert Dramaturgin Telse Hahmann. Unterstrichen wird diese durch die eindringliche Musik des Israelis Asaf Avidan, der durch seine besondere Stimme – er nutzt häufig Falsettgesang – Choreograph Jully im Radio aufgefallen ist. Allerdings ist ihm nicht nur der Klang der Musik wichtig, sondern auch die Texte waren ihm eine wichtige Inspirationsquelle bei der Arbeit.

Mit „Tensile Involvement“ (Dehnbare Verstrickungen) als drittes Stück des Abends bringt Alberto del Saz einen regelrechten Klassiker des Modernen Tanzes auf die Bühne. Die Choreographie von Alwin Nikolais stammt aus dem Jahr 1953 und beinhaltet nicht nur die Bewegungen der Tänzer, sondern auch Bühnenbild, Kostüme, Musik und Licht. Dabei ist alles bis ins kleinste Detail geplant. Del Saz, der die Einstudierung mit den Tänzern vornimmt, erzählt, dass Nikolais aufgrund seiner Choreographie oft als „Vater des Multimedia“ bezeichnet wird. Er nutzte Projektionen und Filme, lange bevor dies salonfähig wurde. Bei „Tensile Involvement“ steht besonders die Bühne im Fokus. Dort sind lange elastische Bänder installiert und werden in den Tanz eingebunden. „Wenn sich der Vorhang öffnet, sieht man eine komplett leere Bühne und innerhalb von zwei Sekunden ist sie voll von verschiedenen Bildern“, erklärt del Saz. Untermalt wird alles von elektronischer Musik, denn Nikolais besaß einen der ersten Synthesizer. Auf der Bühne sind neun Tänzer und Tänzerinnen zu sehen, deren Rollen aber unisex angelegt sind.

Zum Abschluss bringt Antoine Jully mit dem Titel „Harmonic Language“ (Harmonische Sprache) eine weitere Uraufführung auf die Bühne. Zu Béla Bartóks Streichquartett Nr. 4 hat er eine Umsetzung der sehr rhythmisierten Musik in Bewegung entwickelt. Volksmusik, insbesondere aus dem ungarischen Raum, hatte Bartók seinerzeit stark beeinflusst. Und so sind entsprechende Melodiefetzen und Klänge in diesem ungewöhnlichen Stück zu hören, in dem keine Geschichte erzählt wird. Die Zuschauer werden eingeladen, sich ganz auf Musik und Tänzer zu konzentrieren.

Der Ballettabend „Drei Generationen“ feiert am 11. November ab 20 Uhr Premiere (Kleines Haus). Es gibt Restkarten. Weitere Vorstellungen etwa am 18. November und am 06. Dezember (20 Uhr). Es gibt Aufführungen bis in den Februar hinein.

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