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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Vom Außenseiter mit der lustigen Nase

31.08.2017

Oldenburg Damals wie heute sind es die gleichen Themen und Probleme, die die jungen Leute bewegen: „Meine Nase ist zu groß, warum liebt mich keiner? Suchen nach Bestätigung und Anerkennung, Umgang mit Makeln, geliebt werden wollen und stark sein wollen, aber auch sich schlagen wollen, der Größere sein wollen und nicht gedemütigt werden wollen. Das sind alles Themen, die gerade bei Jugendlichen besonders große Themen sind“, erläutert Regisseur Marc Becker die modernen Inhalte der Geschichte von Cyrano de Bergerac.

Für das Junge Staatstheater inszeniert Becker „Cyrano“ nach Edmond Rostand. Das Stück feiert seine Premiere am 1. September in der Exerzierhalle und ist für Jugendliche ab zwölf Jahren, aber auch Erwachsene gleichermaßen geeignet.

Cyrano de Bergerac, ein intelligenter, wortgewandter Mann, auch körperlich in Bestform und äußerst geschickt im Umgang mit dem Degen, hadert mit seinem Äußeren. Seine Nase ist sehr groß. Was eigentlich nicht der Rede wert sein sollte, hält ihn jedoch davon ab, seiner Cousine Roxane seine Liebe zu gestehen.

Ihre Zurückweisung wäre unerträglich. Stattdessen unterstützt er lieber den attraktiven, nicht allzu schlauen Christian dabei, Roxanes Herz zu erobern. In seinem Namen schreibt er Gedichte und Briefe und schnell ist Roxane der Meinung, den perfekten Mann gefunden zu haben. Damit zieht Cyrano allerdings den Zorn des Grafen Guiche auf sich, der seinerseits ebenfalls in Roxane verliebt ist.

Drei Männer lieben eine Frau – Streitereien sind also vorhersehbar. Wie es sich für das 17. Jahrhundert gehört, werden diese in der Inszenierung in rasanten Fechtszenen ausgetragen, die eigens Choreograf Robert Schnöll mit den Schauspielern einstudiert hat. Das Bühnenbild von Sandra Münchow ringt den Schauspielern dabei viel Geschick und Konzentration ab.

Auf schmalen Stegen geht es bei den Kampfeinlagen über mehrere Ebenen auf und ab. „So ein Bühnen-Degen-Gefecht ist schon sehr faszinierend. In jeder Hinsicht“, beschreibt Dramaturg Matthias Grön die energiegeladenen Szenen. „Es sieht saugefährlich aus, sehr akrobatisch. Das macht schon sehr viel her.“

Sprachlich wurde das Stück modernisiert. Dramaturg Grön hat die Übersetzung von Ludwig Fulda in die Neuzeit transferiert. Der Versform ist er dabei treu geblieben, lediglich das Reimschema hat er verändert. Ein Stück für Jugendliche in Versform? Was im ersten Moment als unpassend erscheint, ergibt auf den zweiten Blick Sinn. „Gerade bei Reimen ist es so, dass wir da bei Rap, bei Musik sind – also dem, was Jugendliche hören. Im Alltag redet man natürlich nicht in Reimen, in der Musik ist aber sehr vieles gereimt. Da ist dieses Reim-schema permanent da und die Themen Ehre, Liebe, Stolz, Hass werden in Reimform ausformuliert“, erklärt Becker den Zusammenhang.

Alexander Prince Osei gibt sein Debüt am Staatstheater als Cyrano. Als Roxane ist Agnes Kammerer zu sehen. Den schönen Christian gibt Johannes Lange, seinen Widersacher Guiche Jens Ochlast. Außerdem werden von den Schauspielern Texte weiterer Rollen übernommen, da die Besetzung von über 30 Rollen im Original auf vier Personen reduziert wurde. Auch die Dauer des Stücks wurde von ursprünglich über drei Stunden auf 90 Minuten deutlich gekürzt. Für Musik und Sounddesign ist Peter M. Glantz verantwortlich.

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