• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Starke Gefühle zwischen Patriotismus und Liebesleid

07.11.2017

Oldenburg Im Rahmen der diesjährigen Polen-Begegnungen der Stadt Oldenburg meldete sich das Staatstheater mit einem ambitionierten Liederabend zu Wort. Zwei aus Polen stammende Sänger, die Sopranistin Martyna Cymerman und der Bass-Bariton Tomasz Wija, stellten 25 klavierbegleitete Kunstlieder aus der reichen polnischen Tradition der letzten 200 Jahre vor.

Was aber macht – außer der Sprache der Liedlyrik – das spezifisch Polnische der Lieder verschiedener Zeiten und Stilepochen aus?

Am ehesten vielleicht noch, als übergreifende Klammer, das Aufgreifen der Melodien und Gefühle des eigenen Volkes in einem immerwährenden polnisch-nationalen Erinnern der wirkenden und damit wirklichen Substanz des Eigenen. Wie ein roter Faden zieht sich durch die Kunstlieder der volkspädagogische Wille, das Eigene zu bewahren und einer neuen Zeit, einer neuen Generation anverwandelt weiterzureichen.

Stilsicherer Begleiter dieses spannenden und ermutigenden polnischen Liederreigens war einmal mehr Carlos Vázquez, der gleich zu Beginn der knapp zwei Stunden eine Transkription eines Liedes von Fréderic Chopin durch Franz Liszt ausdrucksstark und vital zu Gehör brachte.

Danach erklang das eben für Klavier transkribierte Lied „Mädchens Wunsch“ von Chopin im Original, ebenso ausdrucksstark und engagiert gesungen von Martyna Cymerman, gefolgt von einem „Bachanal“, in dem die prächtige Stimme von Sänger Tomasz Wija übermütig und viril vom ewig fesselnden Thema „Wein, Weib und Gesang“ Kunde gab.

Von Karol Szymanowski, Tadeusz Baird (Liebessonette auf Texte Shakespeares), Ignacy Paderewski, der für Polen den Versailler Vertrag unterschrieb, Henryk Czyz (Lieder nach Texten von Puschkin), Mieczyslaw Karlowicz und dem Tonromantiker Stanislaw Moniuszko mit einer interessanten Version von Goethes „Heidenröslein“ waren jeweils Lieder eigener Handschrift zu hören, die dennoch im Bezug auf traditionelle Volksweisen und volkstümlichen Ausdruck einen programmatisch geschlossenen Eindruck hinterließen.

Ob pessimistische Weltsicht, Liebesleid, Verlust oder Überschwang: der gefühlsmäßige, in der Musik transportierte Ausdruck dafür ist dem der Deutschen ziemlich ähnlich, was bei Nachbarn auch kein Wunder ist. Und der Klagegesang einer jungen Frau, deren Liebster in den Krieg zieht, und dessen mögliches Schicksal sie so aufwühlt, dass das Lied in ein Gebet an die Himmelskönigin Maria übergeht, sie möge den Geliebten im Kugelregen beschützen, ist universal nachvollziehbar.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.