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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Oldenburgisches Staatstheater: So gruselig und wunderbar war das Theaterfest

21.08.2017

Oldenburg Theater total – vom Keller bis zum Dachgeschoss. Für Alt und Jung gab es beim Theaterfest im Oldenburgischen Staatstheater am Samstag viel zu erleben. „Man kann mit den Menschen sprechen, die hier arbeiten. Sie erzählen von den vielfältigen Berufen in diesem Haus“, sagte Besucherin Margret Schäfer ganz begeistert. „Ein Theater-Haus öffnet seine Türen und man kann in jeden Winkel schauen“, beschrieb Hille Ballin. Die Oldenburgerin ist mit ihrer Freundin Carolin Schäfer gekommen, und die freute sich, dass sie hier Bekannte und Freunde treffen konnte.

Nur Imitationen

Die drei Frauen nahmen Platz in einem buntbemalten VW-Bully, der im Malersaal zur Schau gestellt wurde. Dort erläuterte Lea Reitemeyer, Theatermalerin in Ausbildung, „was man so macht im Malersaal“. Grundsätzlich ginge es in ihrem Beruf um die „Herstellung von Imitationen“, erklärte sie. „Der große Kachelofen ist aus Holz, damit er transportabel bleibt. Er muss er aber aussehen wie aus Marmor“, beschreibt sie ihre Arbeit. Sie bekommt manchmal eine DIN A 4-Vorlage vom Bühnenbildner. „Das Objekt muss aber im Original nachher zehn Meter lang sein“, so die Auszubildende. Die meisten hergestellten Objekte werden „irgendwie wiederverwendet“, erzählte sie.

Besucherin Ingrid Marten setzte sich mal probehalber in den Stuhl, in dem Wotan in Richard Wagners Oper „Walküre“ sitzen soll. „Ein bisschen morbid mit den skelettierten Köpfen an der Rückenlehne aber sonst ein bequemer Stuhl“, hat sie festgestellt. Sie ist begeistert von der Atmosphäre: „Es ist eine wunderbare Möglichkeit, vieles kennenzulernen und zu verstehen, was alles handwerklich hier gemacht wird. Es macht Spaß alles fragen zu dürfen“, sagte Ingrid Marten.

In der Maske war das Gedränge besonders groß. Von gruselig bis schön war alles an Figuren und Farben vertreten. Rot leuchtete ein großer Hahnenkopf mit echten Federn. Besucher Klemens Sabel setzte sich aber lieber eine große Vogelmaske auf. „Sieht aus wie ein Kolibri“, meinte er und ließ sich gern mit dem siebenjährigen Avid fotografieren, dessen Maske war nicht so recht zu definieren.

Glatze geht schneller

Anita Bruns arbeitete gerade an einer Perücke für den Schauspieler Michael Kupfers-Radetzky, der den Wotan demnächst spielt. „Es ist eine Teilperücke“, so Bruns. Bis zu 30 Arbeitsstunden wird diese Perücke in Anspruch nehmen. „Eine Glatze geht schneller“, meinte die Chefmaskenbildnerin scherzhaft. Das Haar kommt in der Regel aus Asien. „Wir müssen teilweise 1000 Euro pro Kilo bezahlen“, weiß Bruns. Aber in der Maske werden nicht nur Perücken gemacht. Silvia Schottag arbeitete an einer Wolfsmaske für die Oper „Wotan“ und Edgar Steinbach erzählte, dass er auch schon mal „halbe Arme“ oder ein totes Kaninchen „gebaut“ hat. Elisabeth (12) war mit ihren Eltern da. Sie hatte die Kolibri-Maske auch ausprobiert. „Es ist super hier“ erzählte sie begeistert. Sie weiß noch nicht, ob sie je beim Theater landen wird. „Aber am nächsten Samstag nehme ich an einem Workshop teil“, freute sie sich.

Auch im Spielraum herrschte immer ein großes Gewusel. Das Computermuseum zeigte sehr anschaulich auf einer interaktiven Reise, in welcher Form man Geschichten erzählen kann. „Vom Theater bis zur virtuellen Realität“ zeigte Thiemo Eddiks den meist jungen Menschen den Weg des Erzählens, der lesend in einem Ohrensessel begann und der von Volker Asche am virtuellen Computer beendet wurde. Sehr beliebt waren die Ballettvorführungen im Kleinen Haus mit dem Chefchoreographen Antoine Jully.

„Technik zum Anfassen“ hieß es den ganzen Nachmittag auf der Bühne im Großen Haus. Der gewichtige Inspizient (nach eigenen Angaben 139 kg schwer) Stefan Vitu ließ sich auf der Bühne mit dem „Hubkorb“ rauf und runter heben. „Wenn der Korb mein Gewicht aushält, dann wird er Sie auch sicher tragen“, beruhigte er die Gäste, die anschließend Schlange standen, um sich an die Bühnendecke hieven zu lassen.

Privates beigesteuert

„Geisterbahn“, eine Gruseltour führte durch die Unterbühne. Thomas Liechtenstein las aus Büchern, die Gäste mitgebracht hatten. „Drei Riesen im Parkhaus“ hieß ein Buch von Franz Hohler, in dem die Riesen das Parkhaus betreten und alle Autos zertrümmern. Die Garderobe wurde als Flohmarkt umfunktioniert und alle Schauspieler hatten Privates beigesteuert. Carolin Nagel spielt in „Sein oder nicht sein“ mit und verkaufte ihre kleine strassbesetzte Schmuckschatulle an einen älteren Herrn aus Oldenburg für einen Euro. Auch draußen „war der Bär los“, trotz Unterbrechung durch einen Regenschauer.

Intendant Christian Firmbach zeigte sich sehr zufrieden mit dem Verlauf. „Es hat gezeigt, dass es sich lohnt, gute Traditionen fortzusetzen und mit neuen Ideen zu bereichern“, sagte Firmbach. „Auf das Format kommt es an“, meinte der Intendant.


Mehr Fotos unter   www.nwzonline.de/fotos-oldenburg 
Ein Filmbeitrag unter   www.nwzonline.de/videos 
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