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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Massaker von „Utøya“ als sensibles Drama

22.08.2017

Oldenburg Utøya – eine kleine Insel in einem norwegischen Binnensee, etwa 30 Kilometer von Oslo entfernt. Ein Ort, der eigentlich aufgrund seiner malerischen Natur bekannt sein sollte. Doch stattdessen hat die Insel eine weltweite Berühmtheit durch ein terroristisches Massaker erworben, bei dem 2011 69 Menschen ums Leben kamen.

Dieser erschreckenden Thematik widmet sich das Oldenburgische Staatstheater mit der deutschsprachigen Erstaufführung des Stückes „Utøya“ von Edoardo Erba, das am 23. August seine Premiere im Kleinen Haus feiert.

Ganz gewiss keine leichte Kost, vor allem wenn man daran denkt, dass ein Großteil der Opfer Kinder, nämlich Teilnehmer eines Feriencamps, waren. Doch Regisseur Peter Hailer und Dramaturgin Anna-Teresa Schmidt können ein bisschen beruhigen und die Angst nehmen. „Man braucht als Zuschauer oder Zuschauerin keine Angst zu haben“, sagt Hailer. „Es gibt keine Gewaltszenen.“

Das Stück widmet sich den Schicksalen dreier Paare, die aus unterschiedlichen Gründen mit dem Anschlag auf Utøya in Verbindung stehen. Da sind Malin und Gunnar, Eltern einer fünfzehnjährigen pubertierenden Tochter, die im Feriencamp der sozialistischen Partei auf der Insel wichtige Werte und Prinzipien vermittelt bekommen soll. Die Polizisten Unni und Alf sollen einen Auftritt der ehemaligen norwegischen Ministerpräsidentin auf Utøya bewachen, befinden sich aber noch auf dem Festland und warten auf ihren Einsatzbefehl. Und die Geschwister Inga und Petter schließlich leben auf einem Bauernhof in der Nähe der Insel und machen sich Gedanken über ihren merkwürdigen Nachbarn. Diese drei Paare spiegeln die norwegische Gesellschaft wider, deren Leben sich durch diesen Anschlag und den damit verbundenen Anschlag im Osloer Regierungsviertel grundlegend verändert hat. Die Insel selber und die schrecklichen Szenen, die sich auf ihr ereignet haben, werden nicht dargestellt. Auch dem Attentäter und seinen Ansichten und Beweggründen wird kein Raum geboten. „Seit ‚Terror‘ (Theaterstück nach Ferdinand von Schirach, Premiere in Oldenburg 20. Februar 2016) haben wir durch die Rückmeldungen gespürt, wie froh die Leute sind, wenn sie sich mit diesem Phänomen beschäftigen können, auf eine Art und Weise, die aushaltbar ist“, erklärt Hailer die Umsetzung der Thematik Terrorismus.

Das Bühnenbild von Dirk Becker gestaltet sich sehr schlicht. Lediglich der Boden ist mit Holzplanken bedeckt, die an einen Bootssteg erinnern. Der Clou dagegen ist die Gegentribüne, die auf der Bühne errichtet wurde und die Plätze der in diesem Stück geschlossenen Empore übernimmt. Somit sind alle Zuschauer sehr dicht am Geschehen.

Das Ehepaar Malin und Gunnar wird von Janine Kreß und Matthias Kleinert verkörpert. Die Polizisten Unni und Alf werden von Helen Wendt und Thomas Birklein gespielt und Franziska Werner und Fabian Kulp übernehmen die Rollen der Geschwister Inga und Petter. Jedes der Paare wird somit von einem bereits in Oldenburg etablierten Schauspieler und einem „Neuling“ übernommen. Janine Kreß ist ein Gast des Hauses aus Berlin, Helen Wendt ist neues Ensemblemitglied aus Krefeld/Mönchengladbach und Fabian Kulp findet in Oldenburg sein Erstengagement nach Abschluss der Falckenbergschule in München. Für die Kostüme ist Britta Leonhardt verantwortlich. Das Sounddesign kommt von Matthias Mohr.

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Oldenburgisches Staatstheater

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