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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Kampf für Gerechtigkeit fordert Opfer

07.09.2017

Oldenburg „Es ist 100 Prozent von vorne bis hinten Kleist“, beschreibt Dramaturg Marc-Oliver Krampe die Fassung von „Michael Kohlhaas“, die er gemeinsam mit Regisseur Karsten Dahlem ersonnen hat, um aus der Novelle von Heinrich von Kleist ein Drama für die Bühne zu schaffen.

Der Pferdehändler Michael Kohlhaas macht sich auf den Weg, um einige seiner Pferde zu verkaufen. Als er eine Landesgrenze passiert, verlangt die herrschende Familie von Tronka einen Passierschein von ihm. Da er diesen nicht hat, hinterlässt er zwei seiner Pferde und seinen Knecht als Pfand und versucht, den Passierschein nachträglich zu bekommen. Doch es stellt sich heraus, dass es für diesen Schein gar keine rechtliche Grundlage gibt. Für Kohlhaas kann es sich nur um ein Missverständnis handeln. Er kehrt zurück um seine Pferde wieder abzuholen, doch diese sind inzwischen für die Feldarbeit missbraucht worden, völlig abgemagert und somit wertlos. Kohlhaas schlägt den juristischen Weg ein, doch seine Klage wird abgewiesen. Der nächste Versuch, sich Gehör zu verschaffen, endet sogar mit dem Tod seiner Frau. Es beginnt ein außerordentlicher Gewaltexzess im Versuch, Gerechtigkeit zu erfahren.

Am Donnerstag, 7. September, feiert das Stück seine Premiere im Kleinen Haus des Staatstheaters. Formal erwartet den Zuschauer eine Mischung aus szenischem Theater und Erzähltheater. Die Spieler übernehmen verschiedene Rollen, diese werden aber nicht unbedingt explizit benannt. Und so ergibt es sich manchmal auch, dass die Spieler das Geschehen einfach nur erzählen, um direkt danach wieder in eine Szene einzusteigen.

Die Handlung der Novelle wurde verdichtet und mit Briefen von Kleist angereichert, die er seiner Halbschwester, seiner Verlobten oder alten Freunden aus der Militärzeit geschrieben hat. „Der Autor hat wahnsinnig viele Überschneidungen mit seinen Figuren. Die Zerrissenheit, Desorientierung und Wut seiner Figuren hat der Autor alle auch“, begründet Krampe dieses Vorgehen.

Unterstützt werden die Schauspieler durch die Kompositionen von Hajo Wiesemann. Er hat teilweise Textstellen vertont, teilweise andere Quellen als Grundlage verwendet, wie die Ballade von Hans Kohlhaas aus den 1950er Jahren. So wird zum Teil von den Schauspielern gesungen, oft ist die Musik aber auch einfach Hilfsmittel, zum Beispiel um Gewaltausbrüche zu verdeutlichen. Es werden dafür immer drei Musiker mit auf der Bühne sein.

Von Inga Timms Bühnenbild kann man häufige Veränderungen erwarten. Es wird technisch alles ausgereizt, was die Bühne des Kleinen Hauses hergibt. „Die Frage ist ja außerdem immer, wenn Kohlhaas auf die Bühne gebracht wird, wie werden die Pferde dargestellt“, erzählt Dramaturg Krampe. Mit der Antwort möchte er aber noch nicht zu viel verraten. „Wir haben von einem auswärtigen Künstler eine aufwendige Plastik hergestellt bekommen. Ich finde, sie ist großartig geworden.“

In der Rolle des Kohlhaas ist Klaas Schramm zu sehen. Seine Frau Lisbeth wird von Rebecca Seidel gespielt. Die von Tronkas (Hinz, Kunz und Junker Wenzel) werden von Jan Breustedt, Rajko Geith und Nientje C. Schwabe verkörpert. Letztere wird auch als Luther zu sehen sein. Außerdem tritt Fabian Felix Dott als Kohlhaas‘ Knecht Herse auf.

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