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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Ökumene: Mit Luthers Thesen Türen öffnen

14.10.2017

Stadtnorden Martin Luther soll seine 95 Thesen im Jahr 1517 an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg geschlagen haben. Wie aktuell die Luther-Thesen auch 500 Jahre später sind, das zeigen nun zwölf Gruppen aus fünf Kirchengemeinden – und bringen dafür ihre Tür gleich selber mit.

Der Anstoß zu diesem ökumenischen Projekt kam aus der katholischen Gemeinde St. Marien. „Im Juni vergangenen Jahres stand bei der Klausurtagung unseres Pastorenteams auch das Reformationsgedenken 2017 auf der Tageordnung“, erinnert Pfarrer Jan Kröger. „Wir haben uns gefragt, was planen unsere Schwestergemeinden im Stadtnorden zum Jubiläum und können wir uns vielleicht beteiligen?“ Man lud zum „Ökumenischen Kaffee“ ein. So begann der kreative Prozess, der dazu diente, „Luther zu verheutigen“ (so Kröger) und den Dialog der Gemeinden zu beleben.

Wie gut das gelungen ist, hat alle überrascht. Das wurde deutlich, als die Kirchengemeinden das Reformationsprojekt der Presse vorstellten. Neben St. Marien beteiligen sich die evangelischen Kirchengemeinden Ofen/Metjendorf, Ofenerdiek, Ohmstede und Oldenburg. „Wir haben uns über das Signal aus St. Marien total gefreut“, sagt Pfarrerin Birgit Pflugrad (Ohmstede). „Es war schnell klar, wir wollen zeigen, dass wir als Christen in dieser Stadt zusammenstehen.“

In der Ökumenischen Kaffeerunde wählten die Seelsorger die Luther-Thesen für die kreative Bearbeitung in den Gemeinden aus. Damit war das „Türen-Projekt“ geboren. Jede Gruppe setzte sich mit jeweils fünf der historischen Thesen auseinander und brachte sie – mit Farben, Stoffen, Draht und anderen Materialien – auf „ihre“ Tür. Birgit Pflugrad muss immer noch schmunzeln, wenn sie vom Frauenkreis der Versöhnungskirche erzählt: „Erst waren die älteren Damen mit den Sprühdosen vorsichtig und dann nicht mehr zu halten.“

Provokant ist die Tür, die der Hauskreis der Kirchengemeinde Ofen/Metjendorf gestaltet hat. „Kirche abgeben“ war das Thema. „Wir haben uns dabei mit entwidmeten Kirchen befasst“, erklärt Pfarrer Jann Weinrich. „Was bedeutet es, wenn eine Gemeinde einen Versammlungsort verliert? Das ist doch in St. Bonifatius aktuell.“ (Anmerkung der Redaktion: Wie berichtet, soll die katholische Kirche am Brahmkamp in Donnerschwee verkauft werden.)

Pfarrerin Gudrun Lupas (Martin-Luther-Kirche) freut sich über den engagierten Einsatz von Swantje Loh bei diesem Projekt. Die 18-Jährige absolviert (als Erste) in der Kirchengemeinde Oldenburg ein Freiwilliges Soziales Jahr. Für die Firmlinge von St. Marien sei auch das Handwerkliche spannend gewesen, so Pastoralreferent Heinz-Peter Hahn. An ihrer Tür könne man Geld klingeln lassen. An weiteren „interaktiven“ Türen kann man was schreiben oder auch mitnehmen.

Dr. Karin Ebel, Vorsitzende des Gemeindebezirksausschusses Christuskirche, findet es „toll, wie das Projekt von der Leitungsebene runter in die Gemeinden gekommen ist. Auch da wird die Ökumene gelebt, und es kommt zu vielen persönlichen Begegnungen“.

Um das Öffnen und Offenhalten von Türen geht es bei dem Projekt, das am 15. Oktober beginnt und am 17. November endet (siehe Infokasten). „Und danach werden die Türen nicht in einem Abstellraum vergammeln“, betont Jann Weinrich. Schon wieder sprudeln die Ideen in den Köpfen der Seelsorger. Man könne die Türen auch zu anderen Anlässen ausstellen. „Oder bei einem Rudelsingen oder bei einem Flashmob.“ Die Luther-Thesen bleiben eben aktuell.

Susanne Gloger Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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