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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Straßenmusiker mit Rap nicht auf Holzweg

10.12.2016

Oldenburg Das ist mal ein Karrieresprung – von den Gassen der Fußgängerzone auf die Showbühne in der großen EWE-Arena. David Sokowicz alias „Der Holzfäller“ gelingt das. „Ich bin gerne Straßenmusiker“, sagt der 22-jährige Oldenburger. Ob alleine oder in Begleitung von Gitarrist Felix Lucien Klostermann – Sokowicz lässt sich von Passanten gerne Stichwörter zuwerfen, aus denen er spontan Rap-Songs strickt. Auf sein Talent ist auch Reinke Haar als Macher der Show „Classic meets Pop“ aufmerksam geworden. Er hat den Nachwuchs-Wortakrobaten für die Neuauflage am 10. und 11. Februar verpflichtet. „Der Holzfäller“ wird dann – in Begleitung des Oldenburgischen Staatsorchesters – zu klassischen Klängen rappen. „Das ist für mich mega-cool“, freut sich David Sokowicz.

Kein Bammel

Das Stück – welches, steht noch nicht fest – solle wiedererkennbar bleiben, „das einzige Hip-Hop-Element wird meine Stimme sein“, umreißt der 22-Jährige das Konzept. Bammel vor dem Auftritt mit vielen hochkarätigen Künstlern hat er nicht, „aber ich spüre eine Menge Vorfreude“, sagt der „Holzfäller“.

Wieso eigentlich Holzfäller? Rein optisch hat der schmächtige Rapper mit den harten Kerlen an Kettensägen wenig gemein. „Ich spiele gerne mit Klischees“, erklärt David Sokowicz seinen Künstlernamen. Darauf gekommen ist er Anfang 2015 bei einer Geburtstagsfeier im Jugendkulturzentrum „Cadillac“, die als Motto-Party angelegt war. Sokowicz trug ein klassisches Karo-Hemd im Holzfäller-Stil. Als er im „Cadillac“ für eine befreundete Metalband einen Song abmischte, rappte er den „Holzfäller“-Song zu harten Klängen. Fortan hatte er diesen Namen weg. „Mit der Zeit gefiel mir dieses Pseudonym immer besser.“

Minimalistisch

Vor acht Jahren hat der Oldenburger sein Herz für Freestyle-Rap entdeckt. „Das ist die Königsdisziplin des Rap“, findet David, der nach der Realschule Praktika in der Kreativbranche absolviert und an verschiedenen Projekten mitgewirkt hat. „Ich lebe sehr minimalistisch“, sagt er, „ich brauche nicht viel zum Glücklichsein. Ich mache das, worauf ich Lust habe.“ Das ist seit vier Monaten Impro-Rap. „Ich habe gemerkt, dass ich mich sowieso nicht daran halte, was auf dem Textblatt steht.“ So kann er seine Spontanität ausleben – „mir fällt immer etwas ein“. Auch die Reimstruktur in Sekundenschnelle zu ändern, sei für ihn kein Problem. So lässt er sich bei seinen Auftritten drei Wörter vom Publikum vorgeben und macht selbst aus Begriffen wie „Geschirrspüler“ oder „Nagellackentferner“ einen Text mit Refrain. Sein Konzept hat er Ende August beim Freifeld-Festival ausprobiert. Zunächst auf der für alle offenen Bühne. Weil seine Performance gut angekommen sei, fand er sich eine Woche später im regulären Programm wieder. Diesen Auftritt hat er aufnehmen lassen und als CD mit dem Titel „Es geht um die Musik“ veröffentlicht. „Ich wollte eigentlich nur die Live-Atmosphäre festhalten und war dann selber überrascht, wie gut das Ergebnis ist“, sagt David.

Positive Reaktionen

Auch die positiven Reaktionen der Menschen, die ihn bei seinen Auftritten in der Fußgängerzone ansprechen, ermuntern den „Holzfäller“, so weiterzumachen. Für zwei Geschwister, erzählt David, habe er spontan etwas über ihre „brüderliche Bindung“ gerappt. „Das sind schöne Momente, die mir viel Energie geben“, schwärmt der Oldenburger. „Ich bin gespannt, wie sich das entwickeln wird.“
David Sokowicz ist als „Der Holzfäller“ zusammen mit Gitarrist Felix Klostermann am Mittwoch, 28. Dezember, in der „3Raumwohnung“ (Abraham 13) zu erleben. Beginn ist um 20 Uhr, Einlass ist ab 19 Uhr.


Mehr Infos unter   https://www.facebook.com/derhzumf/ 
Stephan Onnen
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2114

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