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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Inklusion I: Tanzend neue Welt erreicht

29.06.2015

Oldenburg Auf zu neuen Ufern: Das inklusive Projekt „Aus der neuen Welt“ nahm die Besucher am Wochenende mit auf eine (Zeit-)Reise zwischen erfahrener Ausgrenzung und der Hoffnung auf mehr Toleranz.

Es ist mucksmäuschenstill in der kleinen EWE-Arena. Verschiedenfarbig gekleidete Tänzerinnen und Tänzer stehen dem Publikum zugewandt. Jeder einzelne sucht Blickkontakt. Alt und Jung, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund oder Beeinträchtigung. So schaffen sie schweigend einen Raum der Begegnung.

„Kunst ist das Vehikel, um Inklusion zu fördern“, weiß der künstlerische Leiter des Tanzprojektes „Aus der Neuen Welt“, Alexander Hauer von der Bremer Agentur OpusEinhundert. Ein 130-köpfiges Ensemble von Oldenburgern jeden Alters, mit verschiedenen kulturellen Hintergründen, im Rollstuhl sitzend oder nicht, gehörlos oder nicht, hat ein halbes Jahr lang an der tänzerischen Interpretation der Neunten Sinfonie aus der neuen Welt Antonin Dvoraks gearbeitet.

1700 Zuschauer kamen

Musikalische Unterstützung erhielt es vom Oldenburger Staatsorchester. Das Ergebnis präsentierten sie am Wochenende gleich zweimal, insgesamt zog es rund 1700 Zuschauer in die kleine Weser-Ems-Halle. Obwohl Inklusion mittlerweile in aller Munde ist, sei noch einiges an Aufklärungsarbeit zu leisten, erklärt Alexander Hauer. „Ich glaube, Inklusion ist unheimlich abstrakt. Wir wollen daher versuchen, den Prozess plastisch werden zu lassen.“

Das dürfte gelungen sein. Von den Zuschauern gab es stehende Ovationen. „Die Künstler haben so eine Hoffnung ausgestrahlt. Beschwingt geht man hier raus“, schwärmte zum Beispiel Zuschauerin Fiona Grobien. Aus der Zusammenarbeit sind ausdrucksstarke Bilder entstanden. Etwa, wenn sich alle Akteure geschlossen zu einer Spirale formieren, eine Hand liegt auf der jeweils anderen Schulter oder, wenn die unterschiedlichsten Paare tanzend durch die Halle schwingen.

Mit umso härterer Wucht treffen die Szenen der Ausgrenzung das Publikum. Ein junger Mann der internationalen Gruppe des Flüchtlingsvereins Ibis wird eingekreist. Es gibt kein Entrinnen. Schülerinnen und Schüler der Grundschule Donnerschwee versuchen, in den Kreis zu gelangen, prallen aber ab, werden fortgeschleift. Die donnernde Musik unterstreicht die Dramatik der Szene.

„Man kann in einem Team sein, egal wer du bist, egal wo du herkommst“, sagt Larissa Dickmann aus der internationalen Gruppe über das Projekt. Für die seit einem Jahr in Oldenburg lebende Ukrainerin sei die Zusammenarbeit eine unvergessliche Erfahrung.

Viel Applaus

Das hat auch der zwölfjährige Finn erfahren, der mit Mutter Melanie Graschtat in der Gruppe des Vereins Harfe mittanzte. „Mit einem Gebärdenchor gibt es im Alltag ja zum Beispiel wenig Berührungspunkte“, sagt er und dreht beide Hände schnell abwechselnd nach links und rechts. „Das bedeutet Applaus“, erklärt er.


Video vom Tanzprojekt unter   www.nwz.tv/oldenburg-stadt 
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