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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Tresentheater serviert Leckerbissen

11.07.2015

Oldenburg Donnerstagabend in der Uni-Cafeteria: Es ist angerichtet für die Generalprobe. Anja Lindig packt langsam eine kugelförmige Kokos-Praline aus. Neben ihr sitzt Sophia Gerdes und wird mit jeder Sekunde ungeduldiger, dann fängt sie an, ihre Mitbewohnerin zu beschimpfen: „Nicht mal zusammen im Stau stecken würd’ ich mit Dir!“, ereifert sie sich. So geht das fünf Minuten, und eigentlich will Sophia Anja loswerden – zumindest in diesem Zwei-Personen-Kurzstück des „Tresentheaters Aufgetischt“.

Die beiden Darstellerinnen gehören zum zehnköpfigen Ensemble, das Theater auf Bestellung serviert. „Schauspiel nach Karte“ nennt sich das Angebot, das in Oldenburger Cafés oder Kneipen kostenlos kredenzt wird. Und so funktioniert’s: Die Gäste beordern „Kellner“ Helge Kösling, unschwer zu erkennen an seiner Weste, einem Handtuch überm Arm und einem Tablett in der Hand, zu sich an den Tisch und wählen eine der sechs Speisen aus der Menükarte aus.

Pikierte Kichererbsen

Vielleicht vorweg die „pikierten Kichererbsen“? In diesem humorvollen Monolog zeigt Mareike Zedler (23), wie der Kauf eines Glases Kichererbsen eine Egoistin herausfordert. Als Hauptgericht „Fein gehackte Sinnkrise mit frischem Basilikum“? Dazu einen „Internet-Cookie“ oder lieber „Armer Ritter Berliner Art“, ehe Anja Seemann (26) mit ihrer anrührenden Geschichte „Kleiner Kloß im Hals“ für selbigen bei den Zuhörern sorgt. Zur Verdauung bestens geeignet ist „Omas bester Magenbitter“, den Anja Lindig (28) und Sophia Gerdes (27) ausschenken. Diese kleinen kulturellen Leckerbissen kann man an diesem Sonnabend, 11. Juli, von 15 bis 16.30 Uhr zu Kaffee, Tee und Kuchen bei „Kaffee & Kleid“ in der Kurwickstraße 6 genießen.

Geschmack gefunden

Auf den Geschmack gekommen sind die jungen Schauspieler seit 2014. „Unser erstes Treffen hatten wir in einer WG-Küche“, erzählt Anja Seemann. Die Idee, Theater auf Bestellung anzubieten, brachte Helge Kösling ein, der diese Theaterform in Berlin kennen gelernt hatte. Die meisten der zehn Ensemble-Mitglieder – außerdem gehören noch Jan Hiller, Kai Janssen, Anke Hinderks, Friedrich Schäfer und Justin Hibbeler dazu – sind Studenten: Alle kennen sich durch das Oldenburger Uni-Theater (Out).

„Unser Konzept ist noch in der Entwicklungsphase“, gesteht Kösling. Eines ist aber klar: „Wir sind kein Impro-Theater, wir zwingen uns niemandem auf“, betont Sophia Gerdes. Ob die Café-Gäste ein Stück Kultur bestellen, bleibt ihnen überlassen. Wenn sie’s tun, müssen sie dafür nichts bezahlen. Wem’s gefällt, darf aber gerne eine Spende für die Tresentheater-Box loswerden.

Premiere hatte das Tresentheater im vergangenen Jahr beim Freifeld-Festival gefeiert. „Eigentlich hätten wir dort auch diesmal an zwei Tagen auftreten sollen“, bedauert Anja Seemann die Festival-Absage. Nach einem Gastspiel in der Espressobar „Kaffeekunst“ im Nikolaigang, das die theaterbegeisterten Studenten im Dezember 2014 gegeben hatten, sollen jetzt weitere Auftritte folgen. Café- und Kneipenbesitzer, denen das Wasser im Mund zusammengelaufen ist, können sich per E-Mail an die Adresse info@tresentheater.de wenden.

Stephan Onnen
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2114

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