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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Jazz: Troschels unfassbares Leben

23.05.2015

Oldenburg „... und 14 Jahre lang Kaiser von China“. Zugegeben, das stimmt natürlich nicht. Doch wenn man sich so durch die umfangreiche Vita des gerade einmal 19-jährigen Jazztrompeters Benny Troschel arbeitet, würde ein solcher Lebensabschnitt wohl nicht wirklich verwundern.

Mit 12 der erste Preis bei „Jugend jazzt Niedersachsen“, mit 13 Bundessieger bei „Jugend musiziert“, mit 14 an der Bremer Hochschule für Künste eingeschrieben (klar, mit Bestnote), mit 15 die Gründung des „Benny Troschel Quartetts“, mit 17 das Studium für Jazztrompete an der Musikhochschule Köln und jüngstes Mitglied im Bundes-Jazz-Orchester, dazu auf großer Tournee durch China wie Irland – und nun Stipendien in New York und Boston. Langweilig liest sich das nicht, eher überwältigend für einen so jungen Mann. Tatsächlich aber ist dies nur die Kurzversion seines Schaffens. Wo andere mit Pauken und Trompeten durchfallen, setzt der gebürtige Oldenburger mit letzteren neue Maßstäbe.

„Ich habe einfach unfassbar großes Glück“, sagt Troschel, der gerade kurz auf Heimaturlaub ist. Unfassbar – dieses Wörtchen wird er im NWZ -Gespräch noch zehn, zwölf Mal fallen lassen. Wenn er beispielsweise über seine bisherige Karriere sprechen muss, er die Faszination einer Trompete erklären soll oder auch vom Zusammenspiel mit anderen internationalen Größen seines Genres berichten will. Unfassbar – das trifft sein Leben also auch für Außenstehende schon ziemlich gut.

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Mit sechs Jahren hatte er seine erste Trompete bekommen. Nicht etwa, weil die Eltern dies so forcierten. Ach was. „Meine Eltern wollten das gar nicht“, sagt der junge Mann, „ihnen war die Trompete eigentlich zu laut – dann habe ich aber mit einem Schlagzeug gedroht, und plötzlich ging’s ...“

Und wie. Im August fliegt er nach New York, beginnt dort sein Studium an der legendären Manhattan School of Music, ein Jahr später zieht er dann weiter gen Boston, zum Berklee Collage. Für beide hat er nach offenbar ziemlich überzeugenden Aufnahmeprüfungen Stipendien erhalten, nun darf er sich entscheiden. Muss es vielmehr. „Es ist eine neue Herausforderung“, sagt er, „in Deutschland habe ich eigentlich schon alles durch“. Das ist nicht hochnäsig, sondern Fakt.

Troschel füttert seine Leidenschaft und Begeisterung für das Spiel auf der Trompete mit ständig neuen Reizen. „Es geht eine unfassbare Magie davon aus, man lernt immer mehr und weiter.“ Und das will er ja auch genau so. Ob er Angst vor einem schnellen Ende in seinem Job hat? „Ich weiß, dass es ein sehr großes, finanzielles Risiko birgt, die Angst verfolgt einen ständig.“ Beeinflussen lasse er sich davon aber nicht. Ein großartiges Abitur im Rücken, sollte ihn im Fall der Fälle auch weich fallen lassen.

Und so lernt er nun also nach den deutschen auch die amerikanischen Zwischentöne. Jene, mit denen er sich auszudrücken und andere zu berühren versteht. „Es ist eine extreme Reise zu sich selbst“, sagt er. Als Jüngster allüberall hat er längst keinen Welpenschutz mehr, Respekt ist das treffendere Wort. Das Spiel vor Publikum, die Einheit mit dem Instrument, „drin“ zu sein – das treibe ihn zu Höchstleistungen. Ein nächstes „Heimspiel“ gebe es, „wenn ich wieder aus den USA zurück komme“, verspricht er. Nur wann das sein wird, vermag er jetzt noch nicht zu sagen.

Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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