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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Deutschlands erste Fußgängerzone wird 50

22.02.2017

Oldenburg Das letzte Jubiläum der Fußgängerzone wurde 1992 gefeiert. Wie schrieb NWZ-Redakteur Horst Daniel damals so schön? „Vor 25 Jahren, am 1. August 1967, erlebten die Menschen in der Innenstadt so etwas wie eine Befreiung. Vieles war plötzlich anders im Stadtzentrum an diesem sommerheißen Dienstag: Pekol-Linienbusse und Lastwagen zogen in der engen Achternstraße keine Schrammen mehr in die Hauswände; Passanten mussten sich nicht mehr in Ladeneingänge drücken, um Autos Platz zu machen; Gesprächspartner brauchten nicht mehr gegen Fahrzeuglärm anzuschreien; die Luft schmeckte nicht mehr nach giftigen Abgasen. Polizeiposten, Barrieren und 300 neue Schilder hatten den Autoverkehr fast aus der gesamten City ausgesperrt, Tausende feierten zu Platzkonzerten und in bester Laune den Einstieg in die neue Ära der Fußgängerzone.“

Zeitzeugen gesucht

Der Verein Werkstattfilm (Wallstraße 24), der auch mit der NWZ kooperiert, sucht für sein Projekt zum 50-jährigen Bestehen der Fußgängerzone Zeitzeugen, die bereit sind, aus den vergangenen Jahrzehnten Geschichten und Anekdoten zu erzählen oder Fotos oder Dokumente ausleihen würden; Infos Tel. 12180, info@werkstattfilm.de.

Es war die erste geschlossene autofreie Innenstadtzone in der Bundesrepublik und für Oldenburg eine der wichtigsten Weichenstellungen der jüngeren Geschichte. Das Jubiläum „50 Jahre Fußgängerzone“ wird in diesem Jahr mit vielen Veranstaltungen gefeiert. Die Stadt plant ein Programm vom 1. bis 6. August, das einen Bogen von 1967 bis heute schlägt – mit Open-Air-Kino, Bildern, Bühnen, Oldtimern und mehr. Hier kooperieren CMO, Stadt und OTM.

Der Verein Werkstattfilm stellt ein großes Programm mit über 40 Veranstaltungen vom 1. August bis Ende Oktober auf die Beine – mit Vorträgen zur Stadtentwicklung, Bildband, Filmen der 50er- und 60er-Jahre, Rundgängen, Projektionen alter Fotos in der Innenstadt und Open-Air-Kino im Hof von Munderloh.

So wurde die Oldenburger Innenstadt zur ersten autofreien Fußgängerzone Deutschlands:

1945:
Über 40.000 Vertriebene und Flüchtlinge lassen die Einwohnerzahl Oldenburgs auf 120 000 steigen.

1948:Wettbewerb für den Ausbau des „Inneren Rings“.

1950 bis 1960:
Die Motorisierungswelle schwillt so an, dass die durch die Bebauungspläne vorbereitete Verbreiterung innerstädtischer Straße nicht weiter verfolgt wird.

1958:
Der Rat der Stadt beschließt einen Grundplan für die Verkehrsordnung der Innenstadt.

1959:
Mit der Aufstellung des Flächennutzungsplanes wird als Planziel ein Verkehrsring um die Altstadt bestimmt. Der Ausbau des Wallrings beginnt.

1965/66:
Der Rat stimmt dem Bau einer Tiefgarage unter der neuen Straße Am Stadtmuseum zu, der Pferdemarkt wird zum Verkehrsverteiler ausgebaut

Nov./Dez. 1966:
Erste zeitweilige Sperrung der Innenstadt für Kraftfahrzeuge an verkaufsoffenen Samstagen.

13. März 1967:
Der Rat der Stadt beschließt die Einrichtung des Fußgängerbereichs.

Mai 1967:
Fertigstellung des letzten Bauabschnitts der Osttangente zwischen Pferdemarkt und Stautorplatz. Die Gesamtkosten der neuen innerstädtischen Verkehrskonzeption liegen am Ende bei 26 Millionen DM.

11. Mai 1967:
Umstellung auf die neue Verkehrsführung im Bereich der Osttangente.

12. Mai 1967:
Die neue Tiefgarage Hertie/Am Stadtmuseum wird in Betrieb genommen.

15. Mai 1967:Umstellung der Linien der Vorortbahnen auf die Wallringstrecke: Alle Linien, die bislang den Markt berührten, befahren statt der Straßenzüge Kasinoplatz/Schloßplatz, Markt, Achternstraße, Lange Straße, Heiligengeiststraße künftig in nördlicher Richtung die Route Schloßwall, Huntestraße, Staugraben, Am Stadtmuseum, Heiligengeiststraße, Am Stadtmuseum, Staulinie, Poststraße, Paradewall, Schloßwall.
Auf diesen Strecken werden Bushaltestellen an den Punkten Heiligengeiststraße/Donnerschweer Straße/Pferdemarkt, Am Stadtmuseum/Moslestraße/Staulinie, Staulinie/Staugraben/Staustraße, Hallenbad/LVA und Schloßwall/Gartenstraße/Theaterwall eingerichtet.

1. August 1967:
Eröffnung des Fußgängerbereichs.
Zum Fußgängerbereich gehört zunächst nur der innere Kern – die Lange Straße vom Lappan bis zur Ecke Kleine Kirchenstraße, die Achternstraße vom heutigen Lefferseck bis zum heutigen Eiscafé San Marco, Wallstraße/Kurwickstraße/Haarenstraße nur oberhalb der Mottenstraße, Herbartgang, Elisenstraße, Gaststraße nur oberhalb der Burgstraße, der obere Teil der Bergstraße, Schüttingstraße, Baumgartenstraße, Pistolenstraße, Staustraße, Ritterstraße und rund um das Hallenbad Berliner Platz.

19. September 1967:Das Parkhaus Staulinie wird eröffnet.

1967 bis 1972:
Erste Stufe des Ausbaus des Fußgängerbereichs.

20. März 1968:
Das Parkhochhaus Horten, Ritterstraße, wird in Betrieb genommen.

5. Juni 1969:
Das Parkhochhaus am Waffenplatz wird in Betrieb genommen.

Karsten Röhr
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2110
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