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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Über die Zerbrechlichkeit der Stille

18.11.2015

Oldenburg „Dieser sehr zerbrechliche Klang und die Stille waren schwierig umzusetzen. Doch die Mühe hat sich gelohnt“, freute sich Dirigent Tobias Götting nach dem Konzert. Er hatte mit dem Lambertichor Oldenburg und der Sinfonietta Oldenburg sowie Sopranistin Britta Stallmeister und Tenor Mirko Ludwig das Requiem „Schwarz vor Augen... und es ward Licht!“ des zeitgenössischen Komponisten Harald Weiss einstudiert. Am vergangenen Sonntag erklang das 24-teilige Requiem in deutscher und lateinischer Sprache in der Lamberti-Kirche Oldenburg. Das Werk zum Gedenken an die Toten widmeten die Musikerinnen und Musiker den Opfern und den Angehörigen der Attentate in Paris.

Große Herausforderung

Ganz sacht führten die Sopranistinnen des Lambertichores mit dem Text „Lehre uns bedenken, auf dass wir klug werden“ aus Psalm 90 in das Stück ein. Ein ebenso leiser Grundton zog sich durch das ganze Stück, wie in dem lateinischen Stück „In Paradisum“, das auf einer soliden Streicherbasis der Sinfonietta fußte. Die Sängerinnen und Sänger hielten die Töne aus und teilten sich dabei ihre Atempausen richtig ein, so dass der Melodiefluss nicht unterbrochen wurde. „Und meine Seele spannte“ stellte für Sopranistin Britta Stallmeister eine große Herausforderung dar. Die Töne waren – wohl auch aufgrund der Akustik – nicht auf den Punkt da und waren auch in der Intonation nicht immer ganz sauber. Etwas besser gelang das „Sanctus“ im zweiten Teil des Requiems. Harmonisch schmiegte sich Stallmeisters Gesang an das grandiose Spiel von Bettina Wild an der Querflöte, die mit leichten Trillern für etwas Fröhlichkeit sorgte. Das Spiel von Trompete mit Dämpfer von Janos Elmauer sorgte mit seinem näselnden Klang für nachdenkliche Stimmung. Genau dieses Tarieren zwischen Trauer und Loslassen habe sich Harald Weiss gewünscht, hieß es im Programmheft.

Mit einem heftigen, energiegeladenen „Mors stupebit et natura“, in dem Chor und Sinfonietta sich gut aufeinander eingestimmt zeigten, brachen die Musiker aus der anfänglichen Stille aus. Ebenso überraschten die Musikerinnen und Musiker in „Libera me“ mit dem gut ausgeführten Wechseln von kraftvollen Ausbrüchen, die sofort wieder in der ruhigen Grundstimmung verschwanden. Auf dem solide gesungenen Bass, legte sich die volle Stimme des Tenor-Solisten Mirko Ludwig, der solide, jedoch mit wenig Variation sang.

Stehende Ovationen

Der langanhaltende Applaus und die stehenden Ovationen der Zuhörer bewiesen, dass sich die harte Arbeit des Lambertichores gelohnt hat. Gemeinsam mit der Sinfonietta und den Solisten hat der Chor am Volkstrauertag einen schönen Moment zum Innehalten geboten.

Anna Lisa Oehlmann Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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