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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Überschwang der Gefühle und leichte Melodien

19.01.2016

Oldenburg Die aus Gomel in Weißrussland stammende Sopranistin Irina Wischnizkaja studierte in Minsk und in Köln Gesang und wurde danach bei verschiedenen deutschen Bühnen engagiert.

Ihr Liederabend in der Aula des Alten Gymnasiums unter dem Motto „Singe Seele“ mit russischen Kunstliedern von Michail Glinka und Sergei Rachmaninow sowie – nach der Pause – Liedern aus russischen Filmen und deutschen Liedern der 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts ließ einen dramatischen Sopran mit viel Kraft, Finesse und gut eingebundener Tiefe hören.

Aber nicht nur stimmlich überzeugte der Abend: Irina Wischnizkaja sang von der russischen Seele enthusiastisch und begeisternd, weil sie selbst von den Liedern begeistert ist, den Ausdruck, ob opernhaft (bei Glinkas „Mio ben ricordati“) oder überschwänglich von Kummer und Trauer kündend (in Glinkas „Armer Sänger“) nicht nur stimmlich, sondern auch gestisch und mimisch traf und gerade in der Rolle der vom seelischen Schmerz Erfassten glänzte.

Olaf Wiegmann, ihr Klavierbegleiter, spielte solo noch vier der zwölf an Robert Schumann gemahnenden Charakterstücke aus „Die Jahreszeiten“ von Peter Iljitsch Tschaikowski in einer sensiblen, nachdenklichen, dem musikalischen Geschehen nachhorchenden Interpretation. Für die Freunde des deutschen Kunstliedes war die Wiedergabe der Version Glinkas von „Gretchen am Spinnrad“ besonders aufschlussreich für einen Vergleich des deutschen und des russischen Ausdrucksempfindens.

Während Rachmaninows „Ich habe mich zu meinem Kummer verliebt“ noch einmal die expressive Wucht großer seelischer Erschütterungen durch die Stimme und das Klavier anschlug, brachten die elf deutschen und russischen Lieder der leichteren Muse im zweiten Teil des Programms einfach beliebte und sangbare Melodien zu Gehör, darunter das „Lied der Marusja“ und das „Lied der Balalaika“. Mitsamt zwei Zugaben, darunter „Schlösser, die im Monde liegen“, schaffte es Irina Wischnizkaja, die zahlreichen Zuhörer über zwei Stunden lang mit Stimmgewalt und expressivem seelischen Ausdruck zu fesseln und zu begeistern.

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