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Aktualisiert vor 14 Minuten.

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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Umstrittene Paten bleiben im Blick

08.11.2014

Oldenburg Es könnte so einfach sein: Efeustraße, Amselweg oder Blumenhof gelten als Straßen mit unverfänglichen Namen. Doch Kommunen benennen nicht nur nach Pflanzen, Tieren oder Orten, sondern auch nach öffentlichen Personen. „Damit betreiben Städte symbolische Geschichtspolitik und begeben sich leicht auf vermintes Gelände“, sagt Dr. Tobias Weger. Der Historiker des in Oldenburg ansässigen Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa wurde in den vergangenen Monaten häufig nach seiner Meinung gefragt, wenn es um mögliche Umbenennungen ging.

„Straßennamen sind immer Ausdruck des Zeitgeistes“, sagte er kürzlich vor Gasthörern der Universität: „Ich begrüße, dass man in Oldenburg darüber diskutiert, vermag aber nicht zu sagen, wie die Sache ausgeht.“ Denn trotz langer, hitziger und wieder abgekühlter Diskussionen sowie der Bildung einer Expertenkommission ist noch kein Ende in Sicht, teilte die Stadt mit.

Noch kursiert eine Liste von zehn umstrittenen Namenspaten wie Paul von Hindenburg und Richard Strauss, Heimatdichter August Hinrichs, Busunternehmer Theodor Pekol und die Frauenrechtlerin Hedwig Heyl. An ihr hatte sich die Kontroverse vor drei Jahren entzündet, blickte Weger zurück. Heyls Verdiensten in der Sozialpolitik stehen rassistische Äußerungen zu Kolonialzeiten gegenüber. Darf nach ihr eine Straße benannt werden? „Dieser Anstoß löste eine Lawine aus“, sagte Weger. Es bestehe in vielen Fällen ein Spannungsverhältnis zwischen den Leistungen und Verdiensten der geehrten Personen und einer belastenden Tätigkeit, zum Beispiel während des Nationalsozialismus. Mit einer Bewertung hielt sich der Historiker zurück: „Die Liste enthält unterschiedliche Personen. In München würde zum Beispiel keiner auf die Idee kommen, Richard Strauss auf den Index zu setzen, obwohl er die Olympia-Hymne für 1936 komponierte.“ Reichspräsident Hindenburg als Namenspaten sah der Experte dagegen eher kritisch.

Anlässlich einer Ausstellung zum Thema hatte die Stadt im Sommer eine – nicht repräsentative – Befragung gestartet. Von 420 Teilnehmern begrüßten 269 die Debatte, 183 sprachen sich für Umbenennungen aus. Doch es gab auch Widerspruch: Man müsse zur Geschichte stehen, lautete ein Argument, während sich 35 Bürger für Infotafeln an den Straßenschildern aussprachen. Diesen Kompromiss befürwortete auch Weger: Damit könne die Stadt erklären, unter welchen Umständen eine Straße nach einer Person benannt wurde, ohne den Namen aus dem öffentlichen Raum zu verbannen: „Zudem kostet jede Umbenennung viel Geld.“

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