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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Unbegrenzte Möglichkeiten

13.02.2016

Oldenburg „Amerika“ ist einer von drei Romanen, die Franz Kafka (1883-1924) fragmentarisch niederschrieb und unvollendet hinterließ. In seinem Testament verfügte Kafka später, dass „Amerika“, eine Erzählung über den jungen Einwanderer Karl Roßmann, die ursprünglich „Der Verschollene“ hieß, zusammen mit anderen Werken verbrannt werden solle.

Nachlassverwalter Max Brod gab das Fragment 1927 dennoch heraus. „Zum Glück für die Nachwelt“, findet Dramaturgieassistentin Anna-Teresa Schmidt. Und so zeigt das Staatstheater nun erneut ein Schauspiel von Kafka, das aber ganz anders ausfallen dürfte als „Die Verwandlung“ und „Der Prozess“, die in Oldenburg in den vergangenen Spielzeiten gezeigt wurden. Denn in Szene setzen wird „Amerika“ in der Exerzierhalle Regisseur Martin Laberenz.

Der 1982 in Finnland geborene, freischaffende Regisseur sorgte zuletzt mit seiner Shakespeare-Inszenierung von „Was ihr wollt“ für Diskussionen. Knapp ein Viertel der Zuschauer suchte bei der Premiere das Weite, andere sollen sich den lustvollen Spaß zweimal angesehen haben. Wem „Was ihr wollt“ gefallen habe, der möge auch „Amerika“, sagt Anna-Teresa Schmidt. Und wem nicht?

Der Stoff sei so sehr anders, argumentiert die Dramaturgieassistentin – stellvertretend für das Regieteam, das auf Hochtouren probt und Rollen noch einmal umverteilen musste, weil Thomas Lichtenstein wegen Krankheit kurzfristig ausfiel. Am Ende werden Lisa Jopt, Caroline Nagel, Johannes Lange und Maximilian Pekrul das „farblich bunte, expressive und sehr lebendige Spiel“, so Schmidt, ohne ihn zeigen müssen.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht der junge Karl Roßmann. „Ein Pechvogel“, erläutert Anna-Teresa Schmidt. Karl wird von einem Dienstmädchen missbraucht, das daraufhin schwanger wird. Die Eltern schicken den Jungen zum reichen Onkel nach Amerika, wo Karl erneut in Ungnade fällt und an zwei Halunken gerät. Das Ende ließ Kafka offen, nicht ohne zu erwähnen, dass diese Erzählung „lichter“ sei als andere.

Regisseur Martin Laberenz und Dramaturg Marc-Oliver Krampe schrieben aus Kafkas Fragment eine Bühnenfassung, die den Schauspielern viel Freiraum für Improvisationen gebe, sagt Anna-Teresa Schmidt: „Es gibt einen Handlungsrahmen und feste Szenen, aber auch offene Räume, die nicht durchgetextet sind.“

Erneut verlangt der Regisseur den Mitspielern eine gute Physis ab. „Sie arbeiten sich an der Bühne ab, sie klettern und hängen“, nennt die Dramaturgieassistentin Beispiele. Bühnenbildner Peter Schickart hat für „Amerika“ einen drehbaren Kubus entworfen, der atmosphärisch mit Licht durchflutet und mit Tüchern verhüllt werden kann.

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