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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Verliebt in den Oldenburger Kultursommer

18.07.2016

Oldenburg Verträumt blickt Björn Sonnenberg am Sonnabend von der Kultursommer-Bühne in den regenwolkenverhangenen Himmel über dem Schlossplatz: „Eigentlich hätte ich lieber in den Sonnenuntergang hineingerockt“, sinniert der Sänger und Gitarrist der Band „Locas in Love“. Dann entdeckt der 35-jährige Kölner drei Vögel, die von ihm als Möwen ausgemacht werden, die über der Menschenmenge aufsteigen: So wie die Möwen trage er jetzt auch Oldenburg in seinem Herzen, sagt Sonnenberg.

Ähnlich liebevoll-verschwurbelt wie diese Ansagen sind auch die Texte seiner Indie-Pop-Band: „Du musst alles verlernen, was du gelernt hast und alles vergessen, was du weißt“, singt Sonnenberg beispielsweise im Song „Auto Destruct“. Die nach einer Comicserie benannten „Locas in Love“ gelten als die wohl am meisten unterschätzte Band Deutschlands: Regelmäßig gibt es Spitzenplätze in Jahresbestenlisten der Musikfachpresse und euphorische Besprechungen ihrer Platten, doch großer kommerzieller Erfolg stellte sich nie ein, selbst ihr mainstreamiges Nebenprojekt „Karpatenhund“ schlug nicht ein.

Trotz der Regenschauer (Kulturetagen-Musikchef Andreas Holtz spricht lieber von „hoher Luftfeuchtigkeit“) locken „Locas in Love“ immerhin 4000 Zuschauer auf den Schlossplatz. „Was für eine Kulisse!“, freut sich Björn Sonnenberg und macht dem Kultursommer eine Liebeserklärung: „Wir würden am liebsten jetzt jede Woche wiederkommen.“

Der sympathische Sonnenberg und seine Mitstreiterinnen Stefanie Schrank (Bass, Gesang) und Saskia von Klitzing (Schlagzeug) sind eine der Lieblingsbands von Andreas Holtz – und so im Kultursommer-Programm gelandet. Zum Glück, wie das Konzert beweist: Der flockige Gitarrensound und die melancholischen, nachdenklichen Texte über das Leben und verpasste Chancen harmonieren gut mit diesem dunklen Sommerabend. Mit ihrer als Zugabe gespielten Coverversion von Bronski Beats 80er-Jahre-Hit „Smalltown Boy“ bringen „Locas in Love“ das Publikum auch noch zum Tanzen.

Großes Lob zollt Björn Sonnenberg der Vorband „Maed Max“. „In dem Alter haben wir auch angefangen, sie sind großartig“, schwärmt er nach dem Auftritt der jungen Oldenburger Lokalmatadore. Mathis Becker (Gitarre, Gesang), Bjarne Sitzmann (Gitarre, Gesang), Mitja Lagemann (Bass) und Max „Mad“ Damke (Schlagzeug) begeistern mit ihrer Unbekümmertheit das Publikum. „Es war sehr geil“, freut sich Mathis über die Resonanz auf den 30-minütigen Gig, bei dem der 18-Jährige sich auch von einer gerissenen Saite nicht stoppen lässt: „Wir hätten gerne noch eine Stunde weitergespielt.“

Mathis, Bjarne und Max standen bereits Freitagabend mit der Funk/Jazz-Formation „Funky Kayle“ auf der Schlossplatz-Bühne. 6000 Gäste bejubelten den Auftritt der Oldenburger Nachwuchsband und anschließend das „Bad Barry Finnerty Collective“ – und tanzten an diesem wolkenfreien Abend wirklich in den Sonnenuntergang hinein.


Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/fotos-oldenburg 
Stephan Onnen
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2114

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