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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Virtuose Technik gepaart mit italienischer Leichtigkeit

22.01.2013

Oldenburg Camillo Sivori bekam auf seinen drängenden Wunsch hin mit zwei Jahren eine Kindergeige und wurde Schüler von Niccolò Paganini. Nach Paganinis Tod beerbte er gewissermaßen den berühmten Geigenvirtuosen.

Das Geigenspiel von Alessio Bidoli aus Mailand hat etwas von dieser unfassbaren Technik und der italienischen Leichtigkeit, Musik zu zelebrieren, das Instrument singen und seufzen zu lassen. Bidoli und der aus Bologna stammende Pianist Luigi Moscatello spielten auf Einladung der Deutsch-italienischen Gesellschaft Oldenburg ein buntes und spannendes Programm im gut besuchten Musiksaal des PFL. Sivoris Fantasie über ein Thema aus dem „Troubadour“, ein salongängiges, melodienseliges Virtuosenstück, gab Bidoli, der u.a. auch bei Pierre Amoyal studierte, die denkbar beste Gelegenheit, seine technische Brillanz und sein emotionales Beteiligtsein zur Schau zu stellen.

Ganz in sich gekehrt, der Musik nachlauschend, mit konzentriertem Gesichtsausdruck, als müsse er gleich losschluchzen, gelang ihm schier alles auf seinem Instrument.

Anders als bei der fast durchweg einfachen Klavierbegleitung der „Troubadour“-Fantasie erfordert Beet­hovens dreisätzige Sonate G-Dur, op. 30,3 den versierten, gleichberechtigten Klavierpartner. Moscatellos rundes und temperamentvolles Spiel harmonierte gut mit der expressiven Tongebung der Geige, die Stimmenbalance war ausgeglichen. Und dennoch hingen alle Augen und Ohren wie verzaubert an der Geige, die auch ohne Kraft und Druck, mit spielerischer Leichtigkeit, alles andere vergessen ließ und ohne Gewalt der Musik die konzentrierteste Aufmerksamkeit zuführte.

In der formenden Kraft durchaus an Beethovens Sonate angelehnt, im Thematischen aber stärker mit Melodien aus der Volksmusik Norwegens durchsetzt, erstrahlte die Sonate c-Moll, op. 45 von Grieg mit Glanz und Schmelz, offerierte einen ganz eigenen, unsentimentalen Schönklang, den die Geige gegen Schluss noch zum überschwänglich-schwärmerischen Tonfall steigerte. Vielleicht nicht von der Partitur, aber von der kongenialen Wiedergabe her blieb Griegs Komposition als künstlerischer Höhepunkt im Ohr, obwohl danach noch Ravels Konzert-Rhapsodie „Tzigane“ in einer alle technischen Schwierigkeiten mit scheinbarer Leichtigkeit meisternden Interpretation folgte, die emotional aufwühlte und fast von den Sitzen riss. Es gab langanhaltenden Beifall, eine Zugabe – 100 erfüllte Minuten.

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