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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Vom Übermut vor dem Untergang

27.08.2016

Oldenburg Legenden, Welt- Mythen und Katastrophen sind die Spezialität von Regisseur Robert Gerloff. Da passt der Untergang der „Titanic“ perfekt ins Bild. Der Luxusdampfer kollidierte am 14. April 1912 südöstlich von Neufundland mit einem Eisberg und versank zwei Stunden später im Eismeer. Stoff für eine ewige Legende: zigmal verfilmt, beschrieben und besungen. Gemeinsam mit Dramaturg Jonas Hennicke hat Gerloff an der Legende weitergestrickt. Und so ist das zwischen den Genres Musical, Komödie und Tragödie oszillierende Stück an diesem Sonnabend als Uraufführung im Kleinen Haus zu sehen. Und es gibt noch Restkarten.

„Wir haben zwar alle Filme, viele Bücher und Dokumentationen noch einmal als Quellen bei der Recherche angesehen, aber wir erheben überhaupt keinen Anspruch auf eine realitätsnahe Schilderung oder gar historische Korrektheit“, erklärt Jonas Hennicke. Ganz im Gegenteil, sie verweben die Erinnerungen mit Erdachtem und Erlogenem, machen sich die bereits bekannten Bilder aus Filmen – etwa die luxuriöse erste Klasse – zunutze und haben auch viel Musik eingeplant.

Schließlich spielte auch das Orchester an Bord der echten „Titanic“ bis zur letzten Minute. Der Kapitän hatte den Musikern verboten, früher aufzuhören, weil er eine Panik auf der „Titanic“ vermeiden wollte. Und so hat auch Hajo Wiesemann das Stück großzügig orchestriert.

Man will aber auch zeigen, wie oft Übermut und Untergang nah beieinanderliegen. Und wie sich der Mythos einer der großen, symbolischen Schlüsselkatastrophen des 20. Jahrhunderts (immerhin starben 1514 Passagiere) über die Jahre verselbstständigt hat, bis hin zu Verschwörungs- und Sabotagetheorien.

Die Titanic lief als das seinerzeit größte Passagierschiff vom Stapel, und so lag die Erwartung des Geschwindigkeitsrekords in der Luft. Eiswarnungen wurden ignoriert; somit geht es eben auch um die menschliche Selbstüberschätzung.

„Die Titanic, die schon in der Realität von enormer Größe war, wurde als Symbol noch weiter überhöht – als moderner Turm zu Babel, als Spiegelbild der Klassenkämpfe, als menschliche Hybris wider die Natur, oder als pars pro toto der ganzen westlichen Zivilisation – sie galt als der Sündenfall einer neuen Zeit“, erklärt Jonas Hennicke.

Dem unglaublichen Geschehen an Bord – dazu zählen u.a. die fehlenden Rettungsboote – will sich Regisseur Robert Gerloff mit noch unglaublicheren Legenden nähern. Die Oldenburger Zuschauer kennen ihn schon aus der vergangenen Spielzeit, für die er Dracula inszenierte.

Das Bühnenbild hat Maximilian Lindner entworfen und die Kostüme Johanna Hlawica. Die Choreografie entwickelte Mirjam Klebel.

Es spielen Diana Ebert (Kate de Witt), Magdalena Höfner (Jack McDolittle), Lisa Jopt (Molly Brown), Agnes Kammerer (Mr. Stooge), Nietnje Schwabe (Lady Ruth), Thomas Birklein (Wally Hartley), Johannes Lange (Bruce Ismay), Kammerschauspieler Thomas Lichtenstein (Captain Kaleu) und Maximilian Pekrul (Mr. Semmelrogge).


     www.staatstheater.de 
Sabine Schicke
stv. Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2103

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