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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Von Leichen und Lampenfieber

21.11.2016

Oldenburg Mit seiner dunkelbraunen Wuschelfrisur und dem schiefen Grinsen wirkt Florian Bartholomäi wirklich nett. Und doch wird ihn der eine oder andere noch vom 1000. Tatort in Erinnerung haben als Taxifahrer, bei dem einzusteigen sich als großes Risiko entpuppt. „Vielleicht ist das das Geheimnis“, lacht Bartholomäi, „ich sehe nicht böse aus – aber hinter meiner harmlosen Fassade lauert etwas Gefährliches.“

Davon konnten sich Tatort-Fans am Samstag im voll besetzten Artcafé des Horst-Janßen-Museums selbst ein Bild machen. In gemütlicher Frühstücksatmosphäre plauderten der Schauspieler und Moderator Otmar Willi Weber auf der Nordwestradio-Bühne über Lampenfieber, Leichen und die Lieblingssportart.

„Da man im Radio keinen roten Teppich ausrollen kann, haben wir etwas anderes mitgebracht, das bei Ihnen ein ähnliches Gefühl auslösen dürfte“, sagt Weber. Die Tatortmelodie erklingt – Bartholomäi fingert an seinem Mikrofon herum und grinst: „Stimmt. Jedes Mal, wenn ich das höre, bin ich aufgeregt. Schließlich könnte ja ein Tatort folgen, bei dem ich mitgewirkt habe.“ Ein dutzend Mal war Bartholomäi schon in dem Sonntag-Abend-Krimi zu sehen, davon gab er sechs Mal den Bösewicht und es gehen ganze sieben Leichen auf sein Konto.

Im Jubiläums-Tatort „Taxi nach Leipzig“ – dessen Titel übrigens eine Hommage an den allerersten Tatort von 1970 ist – gibt er den Afghanistanveteranen und Taxifahrer Rainhald Klapproth. „Das ist mit Abstand die tragischste Figur, die ich jemals gespielt habe“, erzählt Bartholomäi, „Rainhald ist schließlich kein schlechter Mensch, sondern traumatisiert.“ Ausgerechnet bei ihm steigen aber die Tatort-Kommissare Charlotte Lindholm, Sören Affeld und Klaus Borowski ein und fordern ihn mehrfach auf, sich anzuschnallen. Als Affeld nach Klapproths Sicherheitsgurt greift, bricht Klapproth Affeld im Affekt das Genick.

Bartholomäi, der in seiner Freizeit Kampfsport macht, erinnert sich: „Ich habe Affeld-Darsteller Hans-Uwe Bauer an einem Drehtag fünfzig Mal den Hals umgedreht. Für diese Szene musste er mir wirklich vertrauen, denn sonst hätte es schmerzhaft für ihn werden können.“

Sieben Tage dauerte der Dreh für den Jubiläumstatort, den dann 11,5 Millionen Zuschauer gesehen haben. Sieben Tage, in denen die Darsteller elf bis zwölf Stunden fast ausschließlich im Taxi saßen. „Es war eine große Herausforderung, das Innere Rainhalds so körperlich eingeschränkt darzustellen“, erzählt Bartholomäi. Daher habe er viel für diese Rolle trainiert.

Sich selbst bezeichnet Florian Bartholomäi als einen friedvollen Menschen. „Nur etwas Lausbübisches kann man sich ruhig erhalten“, grinst der bekannte Schauspieler. Was für ein sympathischer Killer!

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