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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Repair Café: Weg von Wegwerfgesellschaft

03.11.2014
NWZonline.de NWZonline 2015-07-21T19:15:21Z 280 158

Repair Café:
Weg von Wegwerfgesellschaft

Oldenburg Seit September 2013 wird im Repair Café einmal monatlich Kaputtes kostenlos wieder fit gemacht. Es rattern die Nähmaschinen, Kleinwerkzeuge wie Schraubendreher sind im Einsatz, viele sind in angeregte Gespräche vertieft.

Während die Veranstaltung vorher in einem kleinen Rahmen im Polyester angesiedelt war, soll sie nun wachsen. Vier Mitarbeiter der Universität hatten das Café ins Leben gerufen. Gemeinsam mit dem Staatstheater wollen sie Besucher für einen alternativen Lebensstil sensibilisieren.

„Die Zusammenarbeit ist ein absolutes Novum. Wir wollen den Reparaturgedanken in die Mitte der Gesellschaft tragen. Das Theater ist eine wunderbare Plattform dafür“, sagte Katharina Dutz, Dozentin für technische Bildung an der Universität und Mitbegründerin des Cafés bei der Auftaktveranstaltung am Sonnabend. Zu diesem Anlass zog das Café einmalig vom Polyester in die Exerzierhalle am Pferdemarkt. Künftig wird das Repair Café im Probehaus des Theaters immer am ersten Sonnabend des Monats zwischen 14 und 18 Uhr an der Baumgartenstraße 11-12 seine Türen auf drei Etagen öffnen.

Wie immer brachten Besucher rissige Kleidung, Spielzeug, Elektronik, Software und sogar Fahrräder zur Reparatur vorbei. An einer Station hatten Studierende der Universität Ideen für das „Upcycling“ (zu Deutsch: Wiederaufwertung) unbrauchbarer Dinge parat. Dort wurden beispielsweise Geldbörsen aus Tetrapack-Kartons gefaltet oder Aufbewahrungskörbe aus zerschnittenen Bettlaken gehäkelt. Insgesamt waren rund 15 Studierende am Werk. Die Veranstaltung zählte für die Teilnehmer, die aus zwei Seminaren zum Thema Nachhaltigkeit zusammen gekommen sind, zur Praxiseinheit.

Der neunjährige Adrian ist mit seiner Stereoanlage zu Marcel Hucklenbroich gekommen. Sie funktioniert zwar mit Batterien, aber das Kabel hat einen Wackelkontakt. Gerade wird nach der Ursache gesucht und das Gerät auseinandergeschraubt. „Ich verstehe nicht immer, was hier passiert, aber ich versuche es“, sagte der Viertklässler. Seine Anlage ist ihm wichtig: „Ich höre immer Fußballgeschichten oder Detektivabenteuer.“ Adrian ist schon gespannt darauf, seine Anlage wieder in Betrieb nehmen zu können.

Dass nicht nur Materielles, sondern auch Gefühle und Gedanken repariert werden können, zeigten zwei Schauspieler vom Staatstheater. In der „Gedankenwerkstatt“ versuchte ein Darsteller, Patienten mit zur Lebenssituation und Gefühlslage passenden Texten Mut zu machen. Unter dem Programmtitel „Postkollaps – gemeinsam weniger erreichen“ widmet sich das Theater performativ dem Gedanken der Nachhaltigkeit. Auch im Spielplan werde das Thema aufgegriffen, wie Schauspieldramaturg Marc-Oliver Krampe betonte.