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NWZonline.de Region

Wenn der Kaffee ein Lächeln kostet

17.02.2016

Oldenburg Lukas Zumbrock zeigt vollen Körpereinsatz. Um der Servicekraft im Café Extrablatt ein Lächeln zu entlocken, zieht er sein Jackett aus, klettert auf einen Tisch, reißt sich sein T-Shirt vom Leib und tanzt auf der Tischplatte. Es klappt: Veronika Nickel muss tatsächlich kurz grinsen – „Ha!“, triumphiert Lukas und holt sich bei ihr seinen Kaffee ab. „Ganz schön teuer, der Kaffee hier“, schmunzelt der 19-Jährige.

Spaß als Währung

Nicht Geld ist hier die Währung, sondern Spaß – zumindest in dem exakt 99 Sekunden kurzen Film, in dem Lukas und Veronika die Hauptrollen spielen. Ausgedacht hat sich die Story Omid Mohadjeri, ebenfalls 19 Jahre jung. Der Nachwuchsregisseur hat sich damit beim „99-Fire-Films-Award 2016“, dem weltgrößten Kurzfilmwettbewerb, der parallel zur Berlinale ausgetragen wird, beworben – mit Erfolg: Sein Streifen mit dem Titel „Nur für Spaß“ hat es unter 3700 Beiträgen unter die Top 99 geschafft. Beim gerade zu Ende gegangenen Online-Voting um den mit 999 Euro dotierten Publikumspreis erreichte Mohadjeri Platz 14.

Er hofft nun darauf, es in einer der Kategorien „Bester Film“, „Beste Idee“ oder „Beste Kamera“ ganz nach vorne zu schaffen. Vor allem aber freut sich Omid Mohadjeri, den alle nur „Jerry“ rufen, über die Einladung, an diesem Donnerstag an der Gala zur Preisverleihung im Berliner Admiralspalast teilzunehmen. „Das ist perfekt, um Kontakte zu knüpfen“, sagt der „Filmigrant“ – so lautet Jerrys Künstlername, eine Mischung aus „Film“ und „Migrant“.

Seine Eltern sind Perser, er selber wurde in Oldenburg geboren. Dank der Lebensgeschichte seiner Mutter hat er die kanadische Staatsangehörigkeit. Zurzeit absolviert der 19-Jährige ein Freiwilliges Soziales Jahr im Jugendkulturzentrum Cadillac. Seine Leidenschaft fürs Filmen hat er vor etwas mehr als einem Jahr entdeckt, als er für ein Schulprojekt in einem Musikvideo „Oldenburg als Gefühl“ inszeniert hatte. Es folgten Trailer, unter anderem für die Oldenburger „Scream Nights“.

Diese Videos offenbarten sein großes Talent hinter der Kamera. Innerhalb von 14 Monaten hat sich Omid vom begeisterten Hobbyfilmer zum ambitionierten Jung-Regisseur mit renommierten Auftraggebern entwickelt. „Ich habe viele Förderer“, freut sich Jerry. Erst am vergangenen Donnerstag ist er von der Insel Fuerteventura zurückgekehrt, wo er für die Miss Germany Corporation einen Film über das Camp der Schönheitsköniginnen gedreht hat. Danach ging’s gleich weiter nach Münster und Köln, um einen Eventfilm über die vom Oldenburger Reinke Haar veranstaltete Internationale Musikparade zu produzieren. Für Haar wird er auch am kommenden Wochenende bei „Classic meets Pop“ in der Großen EWE-Arena mit seiner Kamera im Einsatz sein. Ab dem 1. August bezieht er mit seiner eigenen Firma ein Büro unter dem Dach der Oldenburger Künstleragentur von Maik Böse.

Kubrick als Vorbild

Langfristig träumt der 19-Jährige von Hollywood: „Es ist meine Vision, zu den besten Filmregisseuren zu gehören.“ Stanley Kubrick ist sein Lieblingsregisseur. „Über Filme wie ,2001: Odyssee im Weltraum’ spricht man heute noch“, weiß Omid Mohadjeri. Kubricks Hang zum Perfektionismus teilt der junge Oldenburger. „Ich drehe so lange, bis mir eine Szene 100-prozentig gefällt.“

Für seinen Kurzfilm „Nur für Spaß“ hat er gar nicht die höchstens erlaubten 99 Stunden von der Idee bis zur Abgabe benötigt. Nachdem am Donnerstag, 28. Januar, der Startschuss gefallen und das diesjährige Motto „Hauptsache, ihr habt Spaß“ bekannt gegeben worden war, hat der Regisseur die beiden Oldenburger Lukas Zumbrock und Veronika Nickel ins Boot geholt: Er studiert in Hamburg an der Hochschule für Musik und Theater Schauspiel, sie in Hannover Darstellendes Spiel.

Gedreht im Café Extrablatt in der Langen Straße wurde an einem Sonntagnachmittag, die darauffolgende Nacht verbrachten Omid Mohadjeri und sein Team mit viel Kaffee im Cadillac-Filmstudio, um das Material zu bearbeiten und rechtzeitig abgabereif zu machen. Nun hoffen sie gemeinsam auf ein Happy-End.


Der Kurzfilm unter   www.youtube.com/watch?v=umk45sgdb8k 
Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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