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Nach Ende des Streiks weiter massive Einschränkungen
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Nach Ende des Streiks weiter massive Einschränkungen

NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Wenn die Hammond-Orgel kreischt

16.02.2016

Oldenburg Kurz vor 20 Uhr, entspannte Gelassenheit im „Wilhelm 13“, die letzten Gäste nehmen ihre Plätze beim Konzert von „Bad Barry Finnerty Collective“ ein. Laut Ankündigung erwartet sie „Höllischer Groove und ansteckende Coolness“.

Rascheln am Vorhang und ein sonnenbebrillter Barry Finnerty betritt mit seiner sechsköpfigen Begleitband die Bühne. Mit den ersten Takten der Einstiegsnummer „I don’t worry about a thing“ wird klar, was es mit der Ankündigung auf sich hat. Da ist die Legende Barry Finnerty (64), der sein Gitarrenspiel auf dem Welthit „Streetlife“ und vielen anderen Songs der Crusaders verewigt hat. Er stand mit Miles Davis, Joe Cocker, B. B. King und Blood, Sweat & Tears auf den großen Bühnen. Hier lässt er die Akkorde lässig in die Lücken fallen. Seine Stimme im rauchigen Timbre mit starkem Blues-Feeling ist das Gegenspiel zu der grandiosen Funk-Band, die den Raum mächtig erfüllt.

Das Publikum ist mitgerissen und lässt sich nicht zuletzt durch die charmanten kurzen Geschichten von Barry Finnerty zwischen den Titeln mit auf die Reise durch vier Jahrzehnte Musikgeschichte nehmen. In „The Hustler“ und „Same Old Story“, zwei Meilensteine in seiner Zeit bei den Crusaders, gibt es Jazzrock mit Schwerpunkt Funk auf die Ohren. Jost Nickel (Schlagzeuger bei Jan Delay) brilliert durch seine einmalige Dynamik und die Klangvielfalt, die er seinem kleinen Sonor-Set entlockt. In der Rhythmussektion zusammen mit Arnd Geise (Bassist bei Peter Fox, Inga Rumpf und Sarah Connor) erlebt man an diesem Abend eine feinfühlige Basis hinter allen Titeln.

Und was wäre der Funk ohne die Bläser. Da haben sich drei Musiker gefunden, die unglaublich lässig, aber immer auf den Punkt Akzente setzen. Matti Wagemann an der Posaune liefert souverän die Tiefe und begeistert nicht nur im Solo, bei zwei Nummern wird man mit seinen Hip-Hop-Einlagen ins „Hier und Jetzt“ abgeholt.

An der Trompete zeigt Philipp Kacza (bei Bob Minzer, Ark van Rooyen, Udo Lindenberg) mit großer Spielfreude diverse Soli. Die ruhende Basis in der Dreier-Gruppe strahlt der Bremer Saxophonist Dirk Piezunka (Joe Dinkelbach Trio, Continuum) aus.

Und dann ist da noch ein Musiker auf der rechten Bühnenseite, der hat sein Wohnzimmermöbel gleich mitsamt Sitzbank mitgebracht, den hält es aber im Laufe des Abends kaum auf derselbigen. Lutz Krajenski (Tastenmann und Arrangeur bei Roger Cicero, Stefan Gwildis, Tom Jones oder auch Ulrich Tukur) spielt die legendäre Hammond B3 in so erzählerischer Weise, mal flüstert er durch sein Instrument, dann lässt er eine Traumwelt mit sphärischen Klängen zum Klassiker „Riders On The Storm“ von den Doors in den Köpfen der Zuschauer entstehen. Bei einigen seiner Soli liegt die linke Hand lässig auf der Kante der Holzkonsole, dann springt er auf und haut dem Publikum mit dem schnellen Leslie-Effekt kreischende Schreie um die Ohren.

Was für ein Erlebnis, bei diesem Abend dabei gewesen zu sein. So sympathisch, so viel Leichtigkeit und Druck zugleich, was für eine Band!

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