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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Wenn die Witwe zum Revolver greift

11.04.2008

OLDENBURG „The Bear“ (Der Bär) gehört zu den brillanten Einaktern von Anton Tschechow, den der russische Dramatiker 1888 schrieb. 1965 bis 1967 formte der englische Komponist William Walton aus dem Schwank eine moderne Oper. „Seine Musik ist wie eine Collage“, sagt Anne Catrin Carstens (28), die seit drei Jahren als Regieassistentin am Oldenburgischen Staatstheater arbeitet und hier nun erstmals die Regie übernimmt. Vor allem erinnere Waltons Komposition an Filmmusik, für die Walton in den 1940er Jahren bekannt war, sagt sie. „Aber es sind auch Elemente aus der Oper Carmen oder ein paar Takte von Beethoven darin.“

„The Bear“ handelt von der Witwe Popowa (Nathalie Senf), die sich in ihrer Trauer suhlt, bis eines Tages ein Gläubiger ihres verstorbenen Mannes, „der Bär“ Smirnow (Paul Brady) vor ihrer Tür steht und recht barsch sein Geld einfordert. Die beiden können sich nicht leiden, geben sich störrisch, eitel und selbstverliebt. Ihre Abneigung geht soweit, dass sie sich sogar duellieren wollen. „Alles ist ein bisschen zuviel, dadurch entsteht die Ironie“, erläutert Carstens.

Und so zeichnet „The Bear“ sich vor allem durch britischen Humor und feine Komik aus, die von der Musik ironisch untermalt wird. Waltons Oper dauert nur eine knappe Stunde. „Ein komplexes Werk, in dem Gefühle nicht lange ausgebreitet werden, sondern spontan aufeinander prallen“, beschreibt die Regisseurin, die in Hamburg Musiktheaterregie studiert hat.

Für „The Bear“ hat Ausstatterin Nanette Zimmermann die Exerzierhalle des Oldenburgischen Staatstheaters in einen lila-schwarzen Trauerraum mit weißen Lilien verwandelt und alles ein bisschen umgedreht. Da werden die Stuhlreihen quer verschoben und zum bühnentauglichen Altar, während die Besucher ebenerdig Platz nehmen und damit auf einer Höhe mit den Musikern des Staatsorchesters sitzen. Dies tritt in kleinerer Besetzung als Kammerorchester an, verfügt andererseits aber über zwei Schlagwerke.

Neben Nathalie Senf und Paul Brady singt und spielt Douglas Linton, der lange Zeit dem Opernchor angehörte, die Rolle des Dieners Luka. Gesungen wird in Englisch mit deutschen Übertiteln.

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Mehr Infos unter

www.NWZonline.de/theater

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