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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Wenn General Mutter kommandiert

15.10.2016

Oldenburg Im Allgemeinen werden Bernd Schroeders Stücke in Berlin und München uraufgeführt. Zur Premiere rollen Kammerspiele oder Volksbühne den roten Teppich aus. Die Hartnäckigkeit von Frauke Allwardt und Dieter Hinrichs hat den Grimme-Preis-Träger dann doch überzeugt, die Rechte an „General Mutter“ für das Oldenburger Theater/Hof 19 freizugeben. „Zwei Jahre lang haben wir uns darum bemüht“, erinnern sich die beiden an den Kampf um das Theaterstück, das der getrennt lebende Ehemann von Autorin Elke Heidenreich geschrieben hat.

In dem Stück geht es um die subtile Auseinandersetzung zwischen einer Mutter um die 70 und ihren erwachsenen Sohn. Sie kann und will das Regiment über Johannes nicht aufgeben. Warum er wohl so ein Beziehungsanalphabet geworden ist? Das ist eine der Fragen, wenn sie miteinander Schlachten schlagen, scharfzüngig und verletzend. Beide sind auf ihre Art einsam, obwohl er ein erfolgreicher Architekt ist – wenn auch nicht in den Augen seiner Mutter.

Dass Dieter Hinrichs den Sohn spielen würde, war klar. Aber wer sollte diese starke Mutter sein? Eine Wunschbesetzung hatte Frauke Allwardt von Anfang an im Kopf: Kammerschauspielerin Elfi Hoppe. Auf der Bühne des Staatstheaters hatte sie vier Jahrzehnte alle großen Frauenfiguren von Ibsen, Tschechow, Brecht und anderen geprägt, aber vor neun Jahren ihren Abschied genommen. Vorsichtig ließ man über Freunde bei ihr vorfühlen. „Und es kamen positive Signale.“

Im Juni 2015 las sie das Stück „in einem Rutsch, es hatte mich gepackt“. Gleichzeitig schlichen sich Fragen in ihre inneren Monologe: „Würde ich das schaffen? Habe ich noch diese Kraft für die Bühne – und das in einem Zwei-Personen-Stück?“

Inzwischen gibt es keine Zweifel mehr: Der niederländische Regisseur Rinus Knobel sagt „Du gehörst auf die Bühne.“ Schon beim ersten Treffen hatte es gefunkt in dem Bühnenteam. Und für Elfi Hoppe war es eine andere Art von Arbeit als früher: Von Anfang an konnte sie ihre Vorstellungen mit einbringen. Gemeinsam haben sie alles erarbeitet. „Wir sind dieses Vorgehen ja gewohnt“, erklärt Dieter Hinrichs.

Beide schenken sich aber nichts bei den Proben. Regisseur Rinus Knobel formuliert seinen Anspruch: „Es soll echt sein, nicht aufgesetzt.“ Bei diesem Psychogramm wäre Klamauk tödlich.

Doch in dem Stück spiegelt sich auch das Miteinander der Generationen wider. Wenn Kinder sich um alte Eltern kümmern müssen. „Abhängigkeiten sind ja vielschichtig. Es geht hier nicht um eine Schuldfrage, sondern den „Kreis des Lebens“, wie es Regisseur Rinus Knobel nennt.

Elfi Hoppe jedenfalls ist Autor Bernd Schroeder dankbar für dieses Stück. Die tiefgründigen Dialoge erinnern sie an Edward Albees „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ Es gebe kaum anspruchsvolle Rollen für Ältere. Im Hof 19 ist man sich einig: „General Mutter“ ist eine Paraderolle für eine große Schauspielerin.

 Premiere ist am 4. November (20 Uhr). Weitere Aufführungstermine: 5., 11., 12. und 13. November sowie am 20. und 21. Dezember.


     www.theaterhof19.de 
Sabine Schicke stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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