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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Wenn in der Musik plötzlich die Zeit angehalten wird

31.01.2017

Bloherfelde - Johann Matthias Augustus Stroh? Angenehm! Welche Referenzen können Sie vorweisen? Ich habe die Trichtergeige erfunden, könnte Herr Stroh sagen. Kann er aber nicht mehr. Seine Erfindung passierte um 1900.

Dafür lässt die Geigerin Elisabeth Eisenhauer in der Bloherfelder Kirche die Trichtergeige sprechen. Stroh-Geige hieß sie einst, eben nach ihrem Erfinder. Es ist eine Violine, die keinen Resonanzkörper hat, dafür einen größeren und einen kleineren Schalltrichter. „Viermal so laut wie eine echte Geige tönt sie”, sagt Eiseinhauer. Dass sie nicht wie eine Stradivari oder Amati klingt, muss sie nicht erwähnen.

Das exotische Instrument passt bestens in das Jubiläumskonzert des Ensembles “vox cambiata” in der evangelischen Bloherfelder Kirche. Seit zehn Jahren konzertiert es in der Formation Sopran (Sigrid Buschenlange), Querflöte (Irmgard Asimont), Ulrike Bretschneider (Oboe, Englischhorn), Violine (Eisenhauer), Cello (Frauke Ebeling-Rudolph) und Cembalo (Irmgard Laaf/Christian Kienel) zusammen. Das ist in der voll besetzten Kirche offensichtlich ein griffiger Anlass zu Geschichten über Auslandsreisen und ungewöhnliche Kompositionen.

Vorwiegend geben die Instrumentalisten die ebenso bestimmte wie sensible Begleitung der Sängerin ab. Damit fügen sie sich prächtig zum Timbre der Lied-, Konzert- und Oratoriensängerin aus Garrel. Buschenlange besticht mit einem spielerisch leicht geführten, vibratoarm gehaltenen hellen, oft strahlenden Sopran. Die Stimme ist auf ihre Art instrumental geführt, was sich bei Bach, Telemann oder Caccini wiederum kunstvoll in die Klangästhetik des übrigen Quintetts einfügt. Solistisch darf vox cambiata ebenso prunken, intensiv und fein abgestimmt in Sonaten oder Pavanen von Cima, Rossi oder Gibbons.

Unmittelbar eingängig präsentiert das Ensemble neue Werke, die der Rumäne Ionica Pop und der Bremer Johannes Schäfer für die Besetzung maßgeschneidert haben. Pops rumänische Szenen und seine Verwandlungen einer uralten nordischen Weise verbinden folkloristische Anklänge mit einfachen modernen Techniken. Schäfers Gryphius-Vertonung „Mein sind die Jahre nicht” hält auf eindringliche Art im unermüdlichen Vorwärtsschreiten plötzlich die Zeit an.

„Wir haben ja dieses Jahr eine Schaltsekunde”, fügt Vox-Sprecherin Bretschneider schmunzelnd an.

Christopher Wasmuth, einst Dirigent der Kammersinfonie Oldenburg, hat zwei Beatles-Gesänge arrangiert: “If I fell in love with you” und “She said.” Schade: Nur hier erhebt die Trichtertrompete ihre sanft blecherne Stimme. Hätte man gern mehr gehört.


Mehr Infos unter   www.vox-cambiata.de 
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