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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Inszenierung: Wenn Kinder wieder zu ihren Eltern finden

17.10.2015

Oldenburg Was ist wirklich wichtig im Leben? Wenn Eltern dement werden, haben Kinder bisweilen die Chance, wieder Nähe zu entdecken. „Wenn wir uns darauf einlassen, können wir eine neue Tiefe kennenlernen“, sagt Kulturetagenchef Bernt Wach. Er führt die Regie bei der szenischen Lesung „Der alte König im Exil“ nach dem wunderbaren gleichnamigen Roman Arno Geigers, der das Vergessen seines Vaters beschreibt.

Ursprünglich hatte mit dieser Inszenierung die Wiedereröffnung des Theaters K in der Kulturetage nach dem Umbau gefeiert werden sollen. Aber das wird erst am letzten November-Wochenende fertig sein.

Wie in einem Zimmer-Theater mit dichter Intensität wird nun im Café Staublau mit etwa 40 Plätzen gespielt. Der Schauspieler Rudolf Plent, den viele aus seiner Zeit am Staatstheater kennen oder als Regisseur großer plattdeutscher Inszenierungen, übernimmt die Rolle des Vaters und Uwe Bergeest die des Sohnes. Nur behutsam hat man die Dialoge der Dramaturgie angepasst. „Wir haben das in Abstimmung mit dem Verlag getan“, erklärt Wach.

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Schauspieler Uwe Bergeest und Bernt Wach haben auch ihre persönlichen Erfahrungen im Umgang mit dem Krankheitsbild bei ihren erkrankten Eltern in die Interpretation einfließen lassen. „Man ist einfach anders involviert“, sagt Wach, „vieles kommt einem so vertraut vor, weil man es selbst so mit Angehörigen erlebt hat.“

Und so erleben auch die Zuschauer nicht nur eine szenische Lesung, sondern es wird auch musiziert. Und auch das ist wie im wahren Leben: Häufig können an Demenz erkrankte Menschen Verwandte längst nicht mehr erkennen, aber singen noch textsicher Volkslieder, die sie als Kinder lernten.

Und so singen und musizieren auch Uwe Bergeest und Rudolf Plent während der theatralischen Lesung alte Lieder, wie etwa „Der Mai ist gekommen“ – auch im November. Premiere ist am 22. Oktober. (siehe Kasten).

Die Inszenierung gehört zu der Veranstaltungsreihe „Gesichter der Demenz“, die im Frühjahr dieses Jahres mit der Ausstellung der großformatigen Bilder des Künstlers und Niederländers Herman van Hoogdalem eröffnet worden war (NWZ  berichtete).

Wie Bernt Wach erläutert, wollte man sich dem Krankheitsbild einmal aus einem nichtmedizinischen Blickwinkel nähern. Ihm ist es wichtig, dass die Menschen sich auf die Weltsicht der Erkrankten einlassen. „Wir dürfen sie nicht ständig verbessern und versuchen, sie von unserer Sicht der Dinge zu überzeugen. Dann verlieren wir den Kontakt zu ihnen. Wir sollten uns also besser – wie auch im Buch geschildert – auf ihre Welt einlassen.“

Er geht davon aus, dass das Stück auch später noch einmal auf der Bühne der Kulturetage zu sehen sein wird. Die Produktionsleitung hat Alex-andra von der Decken. Die Kostüme hat Regine Meinardus entworfen und die Bühne Bernhard Weber-Meinardus. Die Technik übernimmt Norman Hellbusch.


     www.kulturetage.de 
Sabine Schicke stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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