• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • LocaFox
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Wenn Metronome hundertfach klicken

17.06.2013
NWZonline.de NWZonline 2015-07-23T12:17:38Z 280 158

Kultur:
Wenn Metronome hundertfach klicken

Oldenburg Klick klack. Hundertfach ticken die Metronome. Vorn in der Aula des Staatlichen Baumanagements stehen sie in vier Reihen und entwickeln musikalisches Eigenleben. In György Ligetis „Poème Symphonique“ entstehen aus ungezählten Verschiebungen immer wieder neue Rhythmus-Landschaften. Dann ist ein Taktell nach dem anderen abgelaufen, ganz langsam wird das Ticken weniger, ein minutenlanges Morendo, das Sterben der Metronome.

Doch so spannend und eindrucksvoll Ligetis vom oh ton-ensemble eingerichtetes und vom Publikum stark beachtetes Poème auch ist, an diesem Abend bleibt es eine von vielen Episoden. Denn ob in den beiden Kirchen, dem PFL, im Edith-Ruß-Haus oder auch dem Foyer der Kinderbibliothek – die Peterstraße wird in der „Langen Nacht der Musik“ an vielen Orten von Klang erfüllt. Riesengroß ist dabei die Vielfalt in den kurzen, bestens besuchten Konzerten des von „klangpol. Netzwerk Neue Musik Nordwest“ veranstalteten Festivals: Techno-affine E-Beats werden von Musikstudierenden präsentiert. Performances unterschiedlicher Art lassen beispielsweise die Bremer Ensembles Klank und das Theater der Versammlung hören. Pianist Thomas Hell spielt supervirtuose Etüden Ligetis.

Im PFL werden als Abschluss der Kompositionswerkstatt (Musikschule) zunächst Stücke von ganz jungen Oldenburger Komponistinnen (Friederike Borchardt, Lilli Cohrs und Elisa Körner) uraufgeführt. Dann lässt dort Tobias Klich ein eigenes Werk für präparierte Gitarre und Klangregie hören. Den Kon­trast zu dieser feinnervigen Musik der kleinen und leisen Veränderungen gibt es gleich gegenüber: In St. Peter musiziert Ruth Ellendorff Werke für Tuba solo und weiß dabei ihr Instrument in der opulenten Kirchenakustik in Szene zu setzen. Süffig und lustvoll klingen dort auch die Duos für Cello (Volkmar Stickan) und Akkordeon (Barbara Andrae) von Gubaidulina und Piazzolla. Draußen laden „Klangpolar-Stationen“ zum Verweilen ein. Wer bis zum Ende der Peterstraße promeniert, bekommt Musik von John Cage zu hören. „Living Room Music“, humorvoll von Schlagwerkern des Staatsorchesters serviert, passt bestens ins Einrichtungshaus Rosenbohm.

Dann geht es wieder hinaus auf die Peterstraße. Erst langsam geht die „Lange Nacht der Musik“ voll frischer und spannender Klänge dem Ende entgegen.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/oldenburg-stadt