• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Wenn zwei Sprachen zu einem Schatz werden

03.05.2014

Oldenburg Ein paar Malbücher, Stifte und einige polnische Wörter gibt Agnieszka Pröfrock ihrer Tochter Mia ruhig an die Hand. Dann setzt sie sich lächelnd an den Tisch. „Für das Leben mit einem Kind ist Oldenburg schon schöner“, sagt die 36-Jährige und schaut zu ihrer Tochter am kleinen Spieltisch im Café.

Die gebürtige Polin hat einige Jahre in Bremen gelebt, bevor die Liebe sie nach Oldenburg zog. „Nach dem Abi bin ich mit 19 das erste Mal nach Deutschland gekommen“, sagt Agnieszka Pröfrock. Sie wollte zunächst die Sprache lernen und ging nach einem Jahr wieder zurück nach Polen, um dort Germanistik zu studieren. „Ich merkte, dass das Deutsch, was ich da lerne, anders ist.“

Deswegen ging sie zurück nach Deutschland. In Bremen arbeitete sie neben ihrem Soziologie- und Kulturwissenschaftsstudium bei Radio Bremen. Nun in Oldenburg: „Muss ich mich neu erfinden.“

Als die Polin vor etwa fünf Jahren in die Stadt kam, wusste sie, dass sie sich wie in Bremen ehrenamtlich engagieren wollte. Schließlich fand sie die Deutsch-Polnische-Gesellschaft (DPG), deren stellvertretende Vorsitzende sie inzwischen ist. „Ich hatte Lust Leute kennenzulernen, die auch etwas mit Deutschland und Polen zu tun haben.“

Denn am Anfang fühlte sie sich schon noch fremd in der Stadt. Doch sie merkte schnell: In Oldenburg leben viele Polen, sie sind nur nicht sofort zu erkennen. „Ich freue mich jedes Mal, wenn ich hier die Sprache höre.“ Als Beispiel nennt sie den Trainer der Frauenhandballmannschaft des VfL, Leszek Krowicki. Die Sprache ihres Heimatlandes ist Agnieszka Pröfrock auch hier in Deutschland noch sehr wichtig.

Wenn sie sich während des Gesprächs ihrer Tochter zuwendet, dann immer auf Polnisch. „Für mich ich das ein Schatz“, sagt sie über die zweisprachige Erziehung ihrer zweieinhalbjährigen Tochter. Ein „Schatz“, den sie auch mit anderen teilt. Seit Dezember organisiert sie für die DPG bilinguale Lesungen. Momentan ist sie auf der Suche nach anderen Eltern, die ihre Kinder zweisprachig erziehen wollen. Sie will eine deutsch-polnische Spielgruppe gründen. „Es gibt für Mütter mit kleinen Kindern zu wenig.“

Dafür gebe es hier in Oldenburg ein großes kulturelles Angebot, was Agnieszka Pröfrock sehr schätzt. Ob Kinos, Kulturetage, Theater: „Ich bin so vielseitig veranlagt, dass ich keinen bestimmten Lieblingsort hier habe.“ Aber durch das kulturelle Angebot und ihr Engagement in der DPG fühlt sich die 36-Jährige heimisch. Und wenn sie kleine Entdeckungen macht, wie den polnischen Lebensmittelladen in Kreyenbrück, dann ist es für Agnieszka Pröfrock soweit, dass sie sagen kann: „Oldenburg ist dabei, meine dritte Heimat zu werden.“


Spezial unter   www.nwzonline.de/integration 
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.