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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Wer füllt Seifenblasen über Stadtmuseum?

28.08.2018
Betrifft: „So soll das Stadtmuseum aussehen“ (NWZ vom 22. August) und „Architektenwettbewerb für neues Museum“ (NWZ vom 24. August)

(...) Das angekündigte Konzept zeigte sich weniger grob als platt. Es sparte nicht mit Phrasen, die einen Wunschzettel für jedes beliebige Stadtmuseum zieren könnten. Ein auch nur grobes Profil aber wurde nicht deutlich. (...) „Allen wohl und niemand weh“ ist zu wenig. Die spezifische Situation wurde von Herrn Iglhaut zwar zutreffend erkannt, er vermied es aber peinlich, daraus ebensolche Folgerungen zu ziehen. Wir werden auf den Architektenwettbewerb verwiesen. Aber wie lauten dessen Vorgaben? Die Architekten, die auf dieser unverbindlichen Basis planen und entwerfen sollen, dürften den Tag segnen, an dem sie in der Auslosung eine Niete gezogen haben.

Was fehlt konkret? Eine klärende Aussage zum Begriff des in sich ja reizvollen Forums (Treffpunkt, Konsum, Shop, Lobby, Speakers Corner …), eine Erschließungsidee für den Zugang zu den Villen, vorzugsweise durch den Haupteingang der Francksen-Villa als Keimzelle des Ganzen, eine Vorentscheidung, ob dieses Ganze als umklammerte Einheit (Museumsinsel) oder als Gruppe selbstständiger Einzelinstitutionen charakterisiert werden soll.

Zu fordern wäre unter anderem eine zentrale Eingangslösung mit einsichtigen Orientierungsangaben zu den Möglichkeiten der Nutzung, ein attraktives Nutzungszentrum (...). Zu fordern wäre nicht ein „Museum für alle“. (...) Auch der schöne Begriff der Partizipation (...) täuscht nicht darüber hinweg, dass Museumsarbeit professionell und kontinuierlich betrieben werden muss und Kräfte bindet. (...) Gegen das alles umfassende und nichts bestimmende Wortgeklingel des Grobkonzepts sollte also eine realistische und demzufolge eingeschränkte Schwerpunktsetzung gewagt werden. (...)

Ivo Kügel
Oldenburg

Ich habe mich erst über die vielen Seifenblasen des Hauptreferenten gewundert, dann aber gedacht: Nun ja – all diese wohlfeilen Statements müssen doch trotz allem öffentlich postuliert werden, damit sie als Orientierungsfeld zu Ausrichtung des Projektes zur Verfügung stehen.

In den Blick zu nehmen ist meiner Meinung nach aber auch die besondere städtebauliche Bedeutung des Museumsgrundstücks mit den verbliebenen Villen als letztes Zeugnis der Gärten, die dort im Interesse der „autogerechten Stadt“ einer Hauptverbindungsstraße zum Opfer fielen.

Wenn ein Stadtmuseum sich selbst den Auftrag erteilt, alle Aspekte seiner Stadt, ihrer Einwohner, Belange und Themen programmatisch einzubeziehen, so drängt sich eine Aufarbeitung dieser Geschichte geradezu auf. Am besten gleich auf einer realen, praktischen Ebene, also inklusive einer – um es vorsichtig auszudrücken – Modifikation der Verkehrsführung.

Der Wunsch, diese groß-, äh, Verzeihung: vierspurige „Verkehrsarterie“ zu überwinden, sollte einen adäquaten Ausdruck finden: Historische, demografische. stadtplanerische, ökologische Aspekte könnten eine wichtige Wahrnehmungsebene und eine Diskussion im Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Zukunft bilden. Auf keinen Fall kann die ganzheitlich ausgerichtete Planung eines Neubaus an Grundstücksgrenzen halt machen, sondern muss den städtebaulichen Kontext mitdenken.

Apropos: Die Ganzheitlichkeit des Ansatz erlaubt es nach meiner Einschätzung auch nicht, sich von einem prägnanten Stück Baugeschichte einfach sang- und klanglos zu verabschieden.

Die Sechzigerjahre mögen architektonisch eine problematische Epoche sein, dennoch halte ich die Prägnanz des alten Museumsbaus für sehr offensichtlich und bin fasziniert, wie er noch immer dezent aber deutlich ins Stadtbild hineintönt – sozusagen durch seine scheinbar abweisende Schiefer-Vertäfelung hindurch.

Alexander Goretzki
Oldenburg

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