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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Wie man sich einen Hit bastelt

26.05.2016

Oldenburg „Bei uns lernen Sie, wie man einen Charthit bastelt!“ Mit diesem Versprechen wird „The Manual“ im Stil einer Musikshow eingeläutet. Die Inszenierung will nichts weniger liefern als den Fahrplan zum Nummer-Eins-Popsong.

„Wir wollen offenlegen, wie Musikproduktion funktioniert“, sagt Cindy Weinhold, die mit Annegret Bauer Regie führt. Als Vorlage wählten sie das Buch „The Manual – How to Have a Number One the Easy Way“ aus den 80er Jahren. Darin beschreibt Musiker und Konzeptkünstler Bill Drummond, unter anderem Gründungsmitglied der Gruppe „The Kopyright Liberation Front“, wie sich Nummer-Eins-Hits bauen lassen. Dafür sei nur das richtige „Schnittmuster“ aus Akkordfolge, Tempo, Komposition und Inhalt notwendig.

Diese These haben die Regisseurinnen in eine Collage aus Live-Konzert, Schauspiel und Musikworkshop übersetzt. „Es ist eine Infotainment-Show“, so Annegret Bauer.

Es geht auf eine Reise durch die Geschichte der Chartmusik, verwoben mit Fakten zur Musikindustrie, Querverweisen auf Popkultur und Kulturtheorie. Ensemble und Publikum setzen anhand von Drummonds Schnittmuster außerdem gemeinsam einen Song zusammen. Einen Titel mit dem Zeug zum Hit, produziert mit einfachsten Mitteln.

Das Stück „The Manual“ wird am Freitag, 27. Mai, ab 20 Uhr in der Exerzierhalle (Johannisstraße) uraufgeführt. Es gibt noch Restkarten – ebenso für die Vorstellung am 31. Mai. Weitere Termine sind am 3. und 4. Juni. Tickets unter Tel. 2225-111 und online über

tickets.staatstheater.de

Laut Bauer und Weinhold spielt musikalisches Können nämlich nur am Rande eine Rolle. „Jeder kann mit einem Laptop und simpler Software einen Song basteln“, sagt Weinhold. Die Digitalisierung habe die Musikproduktion demokratisiert, ergänzt Bauer. Damit sei der Inhalt der Buchvorlage aktueller denn je. Wo früher noch teure Studiotechnik von Nöten gewesen sei, reiche nun simple Ausstattung.

Mit dem richtigen Schnittmuster und wenig Talent zum Hit – das klingt nach Kritik. „The Manual“ als Abrechnung mit der Musikindustrie? Ja, aber subtil, meinen die Gründerinnen des Künstlerkollektivs „Apparat Pogo“. „Wir finden Popmusik großartig, aber wenn man weiß, wie Produktion und Markt laufen, kann man es nur kritisch sehen“, sagt Bauer.

Es gehe um die Freude an der Musik, aber auch um den kritischen Blick darauf. Den wagen die Regisseurinnen mal mit Humor, mal schwingen Zynismus und Ironie mit.

Und was wird aus den frisch komponierten Charthits? Die feiern schließlich live Premiere.

Die Zuschauer dürfen sie mit ihren Smartphones filmen und in sozialen Medien teilen. „Es wird ein Experiment und wir werden sehen, was dann passiert“, sagt Annegret Bauer.

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