• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Wilde Achterbahnfahrt der Gefühle

01.04.2017

Oldenburg Rum aus Guadeloupe, Tulpen aus Holland, Apfelstrudel aus Birnen und ein Hamster aus Plastik – es braucht nicht viel, um für 75 Minuten ausgezeichnete Unterhaltung zu sorgen. Na gut, eine Zutat fehlt noch zum Erfolg im Theater K der Kulturetage: vier hervorragende Schauspieler. Die machen aus dem „Gott des Gemetzels“ ein ebenso heiteres wie nachdenklich stimmendes Stück.

Franziska Vondrlik, Brit Bartuschka, Uwe Bergeest und Aron Woldamlak sind es, die der oft gespielten und bereits verfilmten Farce von Yasmina Reza ihren ganz eigenen Stempel aufdrücken. Sie sorgen dafür, dass die Zuschauer auf eine wilde Achterbahnfahrt der Gefühle geschickt werden: Mal brüllende Heiterkeit, dann wieder fast greifbare Nachdenklichkeit, mal Überraschung und dann die Einsicht, dass man selbst auch schon mal so reagiert hat.

„Der Gott des Gemetzels“ gewährte den Premieren-Zuschauern im ausverkauften Theater K einen Griff ins pralle Alltagsleben: Zwei Ehepaare streiten um Schuld und Sühne ihrer handgreiflich gewordenen Söhne, vergessen aber schnell den eigentlich Grund ihres Treffens und arbeiten lieber sich und ihr Leben auf. Vier bürgerlich-liberale Menschen von heute am Rand des selbst verursachten Wahnsinns – als Zuschauer kann man sich da nicht nur zurücklehnen und lachen, man stutzt auch und erkennt sich selbst.

Regisseur Ulf Goerges hat mit seinem Ensemble ein weiteres Kleinod des boulevardesken Befindlichkeitstheaters auf die Bühne gebracht. Denn erst die Schauspieler geben der bitterbösen Komödie die Extraportion Einzigartigkeit: Da ist Brit Bartuschka, die höchst überzeugend die völlig überdrehte Mutter des kindlichen Schlägers gibt. Da ist Aron Woldamlak, der in seiner ersten Rolle für das Theater K einen wunderbar schmierigen Winkeladvokaten und Smartphone-Junkie hinlegt. Da ist Franziska Vondrlik, der man die sich selbst verwirklichende Kunstexpertin und ihren Sohn beschützende Mutter rundweg abnimmt. Und da ist Uwe Bergeest, der herrlich bräsige Metallhändler, der stets den Wind sucht, der seinem Fähnchen die richtige Richtung gibt.

Vier Typen, ein Stück – „Der Gott des Gemetzels“, der noch bis in den Mai aufgeführt wird, ist ein großer Wurf für die kleine Bühne. Lang anhaltender Applaus nach der Premiere bewies, dass dieses Theater beste und niveauvolle Unterhaltung bietet.  Die weiteren Aufführungstermine sind am 1., 6., 7., 8., 28. und 29. April sowie 4. und 5. Mai. Beginn ist jeweils um 19 Uhr. Die Karten kosten im Vorverkauf 19 Euro/ermäßigt 16 €Euro. €


  www.kulturetage.de 
Klaus Fricke
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.