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46 Millionen Euro für „Seute Deern“
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Aktualisiert vor 41 Minuten.

Bremerhavener Wahrzeichen
46 Millionen Euro für „Seute Deern“

NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Wumme in den Händen und Charme im Gemüt

04.01.2016

Oldenburg Lange hieß es, Träume dauerten wenige Sekunden. Dann präsentierten Traumforscher neue Zahlen: 45 Minuten könne man im Schlaf in einer virtuellen Welt wandeln. Doch jetzt sind zwei Pianistinnen aufgetaucht, die eine andere Traummarke setzen: Zwei Stunden kann man sich in musikalischen Träumen wohlfühlen.

Aufgetaucht sind Jennifer Rüth und Anne Folger in Oldenburg so unverhofft wie ein Traum. Zwei Tage vorher ahnte dieses Klavierduo namens „Queenz of Piano“ noch nichts vom Auftritt im Großen Haus. Dort waren die Herren Wolfgang Schäfer, Hans Hachmann und Reinhard Buhrow engagiert, als „Bos-Art-Trio“ zum Neujahrskonzert des Vereins der Musikfreunde (VMO). Aber eine Erkrankung von Sänger Schäfer wurde zum Albtraum.

Die handfesten Damen aus Würzburg und Weimar ließen die Oldenburger nicht hängen. „Sie sind keinesfalls ein Ersatz“, sagte die VMO-Vorsitzende Constanze Schmidt-Wilkens schon vorher. „Sie bilden eine eigenständige und unverwechselbare Marke.“ Sehr richtig erkannt!

Hallo! Die Beiden haben in den Fingern richtig Wumme und im Gemüt einen ebenso umwerfenden wie hintergründigen Charme. Gut, das führen auch andere Duos ins Feld, die sich mit der Vermischung und Vermarktung von Musikstilen zwischen Klassik, Jazz, bayrischem Dudler, Filmmusik, Tango, Kabarett, Ulk und musikalischer Körperakrobatik befassen. Doch Rüth/Folger setzen sich von den meisten mit einem Programm ab, das in seiner Ausgewogenheit einen behaglichen Raum schafft, trotzdem aber nie in seiner Hochspannung abfällt. Sie hören sogar gelassen und aufmerksam dem Beifall zu, ehe sie eine neue Boshaftigkeit in Parkett und Ränge senden. Nie erschlagen sie einen Witz mit dem nächsten.

Sie dringen über Scherz, Satire und Ironie zwischen Antonio Vivaldi, John Barry, Franz Liszt, Traditionals, Piazzolla oder Aram Khatchaturian zu tieferer Bedeutung vor. Da funktionieren sie Mozarts Türkischen Marsch zum Prototyp für Rationalisierung um. Wiederholungen von Läufen? Müssen nicht sein, kann man in einen Akkord fassen. Drei Kreuze Vorzeichen für A-Dur? Passt nicht zum Neutralitätsgebot christlicher Symbole. Halbe Tonschritte? Wir machen nur ganze Sachen! Am Ende bleiben vom Alla Turca fünf Sekunden übrig: „Was für ein Einsparungspotenzial!“

Für die Hörer einschließlich des von dem Duo zum Liebling erkorenen „Eike“ sind „Tasta-Tour“ und Gesang der reinste Genuss, und sie feiern das beschwingt mit luxuriösem Beifall. Die Musiker leisten Schwerstarbeit in unterschiedlichen Lagen und Stellungen zur Tastatur und mit artfremden Geräten bis hin zum Milchaufschäumer und zu Klängen wie von Hackbrett oder Percussion: „Kann man digital alles abrufen, aber wir arbeiten analog.“

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