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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Yeziden fordern Schutz für Minderheiten in Heimat

03.12.2012

Oldenburg Verfallene Häuser in einem verlassenen anatolischen Bergdorf – das Foto an der Wand sagt einiges über die Geschichte der Yeziden aus. „Viele von uns haben nur durch Flucht überlebt“, erzählt Sahap Dag, Vorsitzender des Yezidischen Forums Oldenburg: „Darauf wollen wir mit unserer Veranstaltung aufmerksam machen.“ Zu einer Tagung über „Religiöse Diskriminierung der Yeziden“ hatte das Forum am Sonnabend rund 100 Gäste in die Eidechsenstraße eingeladen.

Rund 1500 Yeziden leben in Oldenburg – laut Dag dreimal mehr als in der Türkei. „Unsere Geschichte ist geprägt von Genoziden, Vertreibung und Diskriminierung“, sagte der Vorsitzende. Von jahrhundertelanger Verfolgung sprach auch Telim Tolan. Der Oldenburger ist Vorsitzender des Zentralrats der Yeziden in Deutschland und vertritt dort rund 80 000 Mitglieder. Tolan sprach von einer „doppelten Verfolgung“ in den Herkunftsländern des Nahen Ostens und der früheren Sowjetunion: aus ethnischen und aus religiösen Gründen. Denn die Yeziden sind eine Minderheit in der Minderheit. Sie zählen zum Volk der Kurden, bekennen sich aber anders als die Mehrheit ihrer Landsleute zum Yezidentum und nicht zum Islam.

In den 1980er-Jahren flohen viele von ihnen aus der Türkei, später auch aus dem Irak, aus Syrien und Armenien, da sie dort als Ungläubige unterdrückt wurden. „Die Lebenssituation war nicht mehr erträglich“, berichtete Dag, der vor 30 Jahren als 18-Jähriger die Türkei verließ.

Die Tagung widmete sich vor allem den aktuellen Themen in den Herkunftsländern. Denn die Aufstände im Nahen Osten haben die Situation der Minderheiten nicht gerade verbessert, wie etwa die Situation in Syrien aktuell zeigt. „Unser Ziel ist ein besserer Schutz der Minderheiten, egal welcher“, formulierte der Gastgeber die Kernbotschaft. „Wir wollen aber auch die interkulturelle Begegnung fördern – besonders zwischen Yeziden und Deutschen.“ Unter den Bedingungen einer aufgeklärten modernen Gesellschaft gehe es den Yeziden darum, ihre Kultur im Austausch mit anderen zu erhalten und sich zu integrieren. Dag: „Wir fühlen uns in Oldenburg als Bürger dieser Stadt. Mit unserer Arbeit wollen wir auch zum Wohl dieses Landes beitragen.“

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