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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Zwischen flachen Witzen und musikalischer Tiefe

18.03.2017

Oldenburg Das kann ja heiter werden. Wenn sich Annie Heger und Vanessa Maurischat schon beim Interview ebenso liebevoll wie hartnäckig in die Haare geraten, dann dürfte es am Sonnabend, 8. April, einiges zu Staunen und noch mehr zu Lachen geben. Dann feiern die beiden Erzkomödiantinnen ab 20 Uhr in der Kulturetage eine Weltpremiere: Sie treten mit ihrem ersten gemeinsamen Programm „Eine geht noch“ vors Publikum.

Der Abend verspricht eine humorvolle Liebeserklärung an berühmte Kabarettduos zu werden. Erinnerungen an die Hits von Queen Bee (= Ina Müller und Edda Schnittgard), die Missfits (= Stefanie Überall und Gerburg Jahnke) oder Malediva (= Tetta Müller und Lo Malinke) werden wach, „Hits, die sich alle wünschen und dann dabei seufzen müssen“, weiß Annie Heger. Wobei die Auswahl der Stücke durchaus streitbar war: „Ja, Austausch gab es“, grinst Vanessa Maurischat, „intensiven Schlagabtausch.“

Ergebnis der internen Debatte des in Berlin lebenden Duos sind Kleinkunst-Perlen wie „Fast schon das Meer sehen“ oder „Bitte Bitte“, aber eben auch unbekanntere Lieblingsstücke. „Durch den Bühnenabschied der großen Kabarettduos ist eine regelrechte Lücke in dieser Sparte entstanden. Es gibt bedauerlicherweise viele Songs, die nicht mehr gespielt werden. Wir glauben, dass nicht nur wir diese Titel gern noch einmal hören würden“, hofft Maurischat.

Auf einen üblichen Liederabend sollte man sich jedoch nicht vorbereiten, die beiden spielen schließlich Rollen auf der Bühne. Hier die nordisch-frohsinnige Heger, dort die gallige Maurischat – beide kabbeln sich munter durchs Programm. Da wird mal unterbrochen, mal dazwischengeredet und dennoch: „Wir sind uns nicht zu schade für flache Witze, jedoch ist der Abend weit entfernt von Zickenkrieg und purem Klamauk. Die Musik gibt dem Abend die nötige Tiefe“, merkt Annie Heger an. Manchmal, gesteht Vanessa Maurischat, entstehe sogar der Eindruck, als „hätten wir einfach unsere Alltagsdialoge mitgeschrieben. Was auch so ist.“ Und ergänzt grinsend: „Es wird liebevoll bissig. Keine lässt sich die Butter vom Krabbenbrot nehmen. Wir kennen uns zu gut und spielen keine Rollen.“

Dass Oldenburg und nicht eine Millionen-Metropole zum Startort der Tournee von „Eine geht noch“ ausgewählt wurde, hat seinen tieferen Grund. „Alle meine Premieren finden in Oldenburg statt. Hier ist meine „Homebase“, die Kulturetage ist eine Bühne, auf der ich quasi groß geworden bin“, sagt die aus dem ostfriesischen Spetzerfehn eingemeindete Heger. Maurischat hält dagegen: „Alle meine Premieren finden eigentlich in Braunschweig statt, aber ich dachte mir, die Klügere gibt halt nach. Mit Annie kommt man ja keine zwei Meter durch die Fußgängerzone, ohne angesprochen zu werden. Da nehme ich gern aus dem Windschatten ein bisschen Sternenstaub dieses Glanzes mit!“

Klaus Fricke

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